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Aisha bringt nach Flucht Kind zur Welt – Rebellen stellen Ultimatum

Aktualisiert am 30.08.2011 55 Kommentare

Einen Tag nach ihrer Flucht nach Algerien hat die Tochter von Libyens Machthaber Ghadhafi ein Kind geboren. Algerien und die libyschen Rebellen streiten über eine Auslieferung der Familie Ghadhafi.

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Aisha Ghadhafi. (Bild: Reuters )

Ghadhafi-Sohn offenbar getötet. (Video: Reuters )

Schweiz nimmt an Libyen-Konferenz teil

Die Schweiz wird an der Libyen-Konferenz am Donnerstag in Paris teilnehmen. Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey werde die Schweiz vertreten, erklärte ein Sprecher des Eidgenössische Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage.

Frankreich und Grossbritannien hatten vergangene Woche beschlossen, am 1. September eine «grosse internationale Konferenz» zu organisieren, um «dem freien Libyen von Morgen» zu helfen. Das sagte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nach einem Treffen mit dem Regierungschef der libyschen Rebellen, Mahmud Dschibril, in Paris.

Dabei solle es vor allem darum gehen, die eingefrorenen Gelder der Ghadhafi-Familie, die auf ausländischen Konten liegen, für den Wiederaufbau zugänglich zu machen.

Der 1. September ist ein symbolisches Datum für die Libyer, da er den Tag des Machtantritts des früheren Machthabers Muammar al-Ghadhafi 1969 markiert. (sda)

Hat gut lachen: Safia Ghadhafi ist in Sicherheit. (Archivbild Reuters))

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Die Aufständischen in Libyen haben den noch in der Hand von Ghadhafi-Anhängern verbliebenen Städten ein Ultimatum gestellt. Die Ortschaften hätten bis Samstag Zeit, sich freiwillig zu ergeben, sagte der Präsident des Nationalen Übergangsrats der Rebellen, Mustafa Abdel Dschalil, heute in Benghazi.

Ansonsten würden die Truppen der Aufständischen angreifen. Dschalil zufolge laufen derzeit unter anderem Gespräche mit den Verantwortlichen in der Küstenstadt Sirte, wo Ghadhafi geboren wurde. Die Stadt gilt als möglicher Zufluchtsort des langjährigen Machthabers.

Geburt nach Flucht

Aisha Ghadhafi habe am frühen Morgen eine Tochter geboren, hiess es aus algerischen Regierungskreisen. Mutter und Tochter seien gesund. Aisha Ghadhafi war nach Angaben des algerischen Aussenministeriums am Montag zusammen mit ihrer Mutter Safia und ihren Brüdern Hannibal und Mohammed in das libysche Nachbarland eingereist.

Die 1977 geborene Aisha Ghadhafi ist die einzige Tochter des langjährigen libyschen Machthabers. Sie wird aufgrund ihres eleganten Aussehens und der langen blonden Haare «Claudia Schiffer Libyens» genannt. Die Anwältin schloss sich nach der Festnahme des irakischen Ex-Staatschefs Saddam Hussein dem Team seiner Verteidiger an. Auf den Philippinen verhandelte sie mit der islamistischen Abu-Sayyaf-Gruppe über die Freilassung westlicher Geiseln.

Aus humanitären Gründen aufgenommen

Algerien hat heute heftig auf Vorwürfe der libyschen Rebellen wegen der Aufnahme von Mitgliedern der Familie des langjährigen Machthabers Muammar Ghadhafi reagiert. Ghadhafis Ehefrau Safia, seine Tochter Aischa, die Söhne Hannibal und Mohammed sowie deren Kinder seien aus «strikt humanitären Gründen» aufgenommen worden, erklärte der Sprecher des algerischen Aussenministeriums am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Auf die Frage, wie Algerien auf die von den Rebellen geforderte Auslieferung der Familienmitglieder reagieren werde, antwortete der Sprecher nicht. Er erklärte lediglich, über die Aufnahme der Ghadhafi-Familie seien der Generalsekretär der Vereinten Nationen, die Präsidentschaft des UN-Sicherheitsrats sowie die Rebellen informiert worden. Das algerische Aussenministerium hatte gestern mitgeteilt, dass die Familienmitglieder am Morgen nach Algerien eingereist waren.

Heftige Reaktion aus Libyen

Die libyschen Rebellen hatten Algerien für die Aufnahme eines Teils der Familie des langjährigen Machthabers Muammar Ghadhafi scharf kritisiert. Rebellensprecher Mahmud Schammam sagte daraufhin, Ghadhafis Familie zu «retten» sei ein Akt, den die Rebellen weder begrüssten noch nachvollziehen könnten.

Die Rebellen wollten Ghadhafis Familie und den früheren Machthaber selbst festnehmen und in einem fairen Prozess vor Gericht stellen: «Wir wollen, dass diese Personen zurückkommen und werden alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um diese Kriminellen zurückzubekommen und sie vor ein Gericht zu stellen.»

Die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete unter Berufung auf zuverlässige libysche Diplomaten, Ghadhafi selbst halte sich mit seinen Söhnen Saadi und Seif el Islam hundert Kilometer südöstlich von Tripolis in Bani Walid auf.

Nato will ihren Einsatz fortsetzen

«Der Nato-Einsatz ist wichtig, erfolgreich und noch immer notwendig zum Schutz der Zivilbevölkerung», sagte die Sprecherin der Militärallianz, Oana Lungescu, in Brüssel.

Solange noch weiter eine Bedrohung bestehe, gebe es «einen Job zu erledigen». Die Aufständischen in Libyen kontrollieren inzwischen weite Teile des Landes, der langjährige frühere Machthaber Muammar al-Ghadhafi ist untergetaucht. Seine Anhänger halten noch Gaddafis Heimatstadt Sirte, wo die Nato zuletzt verstärkt Angriffe geflogen hat.

Die Nato hatte auf Grundlage der UNO-Resolutionen 1970 und 1973 am 31. März die Führung über den internationalen Libyen-Einsatz übernommen. Im Zentrum der Mission «Unified Protector» («Vereinigte Schutzmacht») steht der Schutz der Zivilbevölkerung vor Angriffen.

Die Nato betont, dass dies das entscheidende Kriterium für jeden Einsatz ist – und nicht die Frage, ob dieser den Rebellen hilft oder nicht. Die beiden anderen Bestandteile der Libyen-Mission sind die Durchsetzung einer Flugverbotszone und eines Waffenembargos. (pbe/AFP, dapf, sda)

Erstellt: 30.08.2011, 13:59 Uhr

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55 Kommentare

Erhard Lenzer

30.08.2011, 13:09 Uhr
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Ich habe keine zweifel dass die Gadafis mit grossen Koffer vol Geld nach Algerien und sonnst wo reisen und Algerische Politiker haben sicher nichts gegen eine ''SPENDE'',die Gadafis gehören vor ein Gericht mit anschliessender Exekution Antworten


Marcel Bühler

30.08.2011, 14:25 Uhr
Melden 38 Empfehlung

Man könnte den Haftbefehl auch auf Berlusconi, Sarkozy, Tony Blair etc. ausdehnen. Denn wer mit solch grausigen Kriminellen jahrelang Geschäfte treibt, macht sich doch nach westlichen Strafrechtsnormen ebenfalls strafbar. Dann könnte man ja alle Kriegsbeteiligten zusammen vor einem internationalen Gerichtshof für die jeweiligen Verbrechen bzw. Mittäterschaft aburteilen. Recht gilt doch für alle! Antworten



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