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Blond, blauäugig, al-Qaida-Terrorist

Im Kampf gegen den Terror stossen die USA immer wieder auf andere Bedrohungen. Experten warnen nun vor einem neuen Terroristen-Typ, der aus den eigenen Reihen stammt.

1/8 Die USA haben ihre Botschaft in Sanaa geschlossen und abgeriegelt. Vor den Türen stehen am Sonntag jemenitische Soldaten Wache.
Bild: Reuters

   

Nach dem versuchten Terroranschlag auf eine Passagiermaschine bei Detroit ist der Jemen definitiv zur dritten Front der USA im Kampf gegen den Terror geworden. Obwohl die jemenitische Regierung alleine mit den Extremisten im Land fertig werden will und offiziell keine ausländische Einmischung duldet, haben die Amerikaner längst verdeckte Operationen begonnen. Dementsprechend intensiv befassen sich die amerikanischen Sicherheitsdienste und Politiker mit dem Jemen, wo al-Qaida einen starken Ableger hat.

Der Bericht eines Senatsausschusses, der diese Woche veröffentlicht werden soll, benennt eine neue Bedrohung für die USA. Dabei handelt es sich um radikalisierte US-Bürger, die sich in den Jemen abgesetzt haben, wie die «Washington Post» berichtet. Die Rede ist von etwa drei Dutzend Amerikanern, von denen ein Teil aus dem Radar der Sicherheitsbehörden der USA und Jemen verschwunden sein sollen. Es bestehe die Möglichkeit, dass sich die untergetauchten Personen der al-Qaida oder anderen Extremisten angeschlossen haben und zu Terroristen ausgebildet werden.

Amerikaner, die al-Qaida gesucht hat

Gemäss dem Bericht der «Washington Post» sind die amerikanischen Sicherheitsdienste in erhöhter Alarmbereitschaft angesichts der Möglichkeit von Terroristen mit US-Pässen und den damit verbundenen Herausforderungen, terroristische Aktivitäten auf heimischem Territorium zu ermitteln und zu stoppen.

Die «Washington Post» zitiert einen Informanten, der von einer Gruppe von zehn Amerikanern berichtete. «Sie reisten nach Jemen, konvertierten zum Islam und wurden Fundamentalisten. Und sie heirateten einheimische Frauen, damit sie im Jemen bleiben können.» Ein anderer Informant beschrieb diese Männer als «blonde, blauäugige Typen». Sie entsprechen dem Profil von Amerikanern, «die die al-Qaida schon seit Jahren zu rekrutieren versucht».

Serie von Hearings im US-Kongress

Der noch unveröffentlichte Bericht des Senatsausschusses verleiht den Sicherheitsdiskussionen in den USA zusätzliche Brisanz, nachdem die Geheimdienste im Zusammenhang mit dem Beinahe-Anschlag von Detroit versagten haben. In den nächsten Wochen finden im US-Kongress mehrere Hearings statt, die dem Kampf gegen den Terror gewidmet sind - unter besonderer Berücksichtigung des Jemens. Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab, der am ersten Weihnachtstag versucht hatte, ein Flugzeug kurz vor der Landung zu sprengen, soll in einem al-Qaida-Trainingslager im Jemen ausgebildet worden sein.

(vin)

Erstellt: 21.01.2010, 15:02 Uhr

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