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Der Nato gelingt ein Coup gegen Taliban-Verbündete
Aktualisiert am 01.10.2011 1 Kommentar
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Die internationale Afghanistan-Truppe Isaf hat einen der Anführer des berüchtigten Hakkani-Netzwerks im Süden des Landes gefasst. Wie die Isaf auf ihrer Website weiter mitteilte, sei ihnen Hadschi Mali Khan bei einer gemeinsamen Operation mit der afghanischen Armee in der Provinz Paktia ins Netz gegangen.
Hadschi Mali Khan ist der Onkel von Siradschuddin Hakkani, dem Chef des in Pakistan angesiedelten Netzwerks, das für zahlreiche Angriffe und Überfälle in Afghanistan verantwortlich zeichnet. Obwohl schwer bewaffnet, habe sich Hadschi Mali Khan widerstandslos ergeben.
Unklar über die Verwandtschaft
Ein Sprecher des afghanischen Geheimdienstes NDS, Lutfullah Maschal, bestätigte zwar die Festnahme, machte aber andere Angaben zum verwandtschaftlichen Verhältnis zwischen Mali Khan und dem Hakkani-Chef.
«Wir wissen, dass er zur Familie von Siradschuddin Hakkani gehört, aber wir wissen nicht, ob er ein direkter Cousin ist. Vielleicht ist er der Cousin eines Cousins.» Er wisse auch nicht, ob der Festgenommene «ein aktiver Hakkani-Kommandant» sei, fügte Maschal hinzu und verwies bei Fragen an die Isaf.
Die von Dschalaluddin Hakkani noch in den 80er-Jahren mit Hilfe der CIA gegen die sowjetische Besatzung gegründete und nun von seinem Sohn Siradschuddin Hakkani geführte Gruppe kämpft vom pakistanischen Stammesgebiet Nord-Waziristan aus gegen die ausländischen Truppen in Afghanistan. Sie greift aber keine Ziele in Pakistan an.
Streit mit den USA
Das Hakkani-Netzwerk sorgt seit längerem für Streit zwischen den USA und Pakistan. Aus Sicht Washingtons geht die Regierung in Islamabad nicht energisch genug gegen das Netzwerk vor, dessen Kämpfer von Pakistan aus nach Afghanistan vordringen.
In ungewöhnlich scharfer Form hatte US-Generalstabschef Mike Mullen vergangene Woche Pakistan vorgeworfen, das Hakkani-Netzwerk gar zu unterstützen. Mullen bezeichnete das Netzwerk als bewaffneten «Arm» des pakistanischen Geheimdienstes ISI.
Pakistan drohte daraufhin mit einem Ende der strategischen Partnerschaft mit den USA, sollten diese Islamabad weiterhin der Unterstützung des Terrorismus beschuldigen.
US-Präsident Barack Obama hatte am Freitag in einem Interview zwar nicht Mullens Äusserungen in Bezug auf Pakistan bekräftigt. Er sagte jedoch, Islamabad müsse sich «um dieses Problem kümmern». Es herrsche «Frustration» darüber, «dass es sichere Rückzugsorte gibt, darunter in Pakistan einen Rückzugsort für das Hakkani-Netzwerk». (ami/sda)
Erstellt: 01.10.2011, 13:07 Uhr
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