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Die 30 Milliarden des Ayatollahs

Aktualisiert am 11.01.2010

Irans religiöses Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei soll fast so reich sein wie Bill Gates: Sein Vermögen wird auf 30 Milliarden Dollar geschätzt. Viele Iraner kritisieren, dass sich die Führungselite genau so dekadent verhält, wie früher der Schah.

Dem Luxus nicht abgeneigt: Ayatollah Ali Khamenei, Irans religiöses Oberhaupt.

Dem Luxus nicht abgeneigt: Ayatollah Ali Khamenei, Irans religiöses Oberhaupt.
Bild: Keystone

Ayatollah Ali Khamenei, der oberste Führer des Landes, soll ein schwerreicher Mann sein. 30 Milliarden Dollar beträgt offenbar sein Vermögen, schreibt der in Paris lebende iranische Filmemacher Mohsen Makhmalbaf auf seinem Blog. Damit wäre Khamenei fast so reich wie Bill Gates, dem mit 40 Milliarden Dollar reichsten Mann der Welt. Zum Besitz des Ayatollahs gehören unter anderem viele ehemalige Paläste des Schahs sowie ein eigener Atombunker. Wenn Khamenei auf Reisen geht, nimmt er laut Makhmalbaf jeweils seine Lieblingspferde in einem speziellen Airbus 330 mit.

Khamenei liebt den Luxus, scheint es. So soll er eine Pfeifensammlung im Wert von zwei Millionen Dollar sowie 300 Ringe besitzen – in einem davon ist der älteste Achat der Welt eingefasst. Wert: 500'000 Dollar. Auch würden Khameinis Lieblingsdichter für gelungene Werke Opium erhalten. All dies habe ihm ein geflüchteter Leibwächter Khameneis verraten, so Makhmalbaf. Wie glaubwürdig diese Informationen sind, ist fraglich. Makhmalbaf ist seit den iranischen Präsidentschaftswahlen von letzten Sommer Sprecher des unterlegenen Kandidaten Mir Hossein Moussavi.

Von der Pritsche in den Palast

Khamenei ist kein Einzelfall, die Ayatollahs sind seit der Islamischen Revolution 1979 die reichste Schicht im Iran geworden. Vielen Iraner kritisieren, dass sich ihre Führungsgarde nicht mehr an die eigenen Ideale hält. Der Führer der islamischen Revolution, Ayatollah Ruhollah Khomeini, schlief noch in seiner einfachen Wohnung auf dem Boden. Heute würde sich die iranische Elite wie der vor 31 Jahren gestürzte Schah und dessen Entourage verhalten: dekadent und luxusversessen. So zeigten enttäuschte Anhänger der Opposition während den Demonstrationen nach der Präsidentschaftswahl Plakate mit den vermuteten Milliardenvermögen hoher Staatsvertreter.

Der iranische Politologe Abbas Milani, der in Stanford lehrt, ist jedoch skeptisch: «Es ist übertrieben, wenn die Leute sagen, dass sich die Vermögen der Ayatollahs auf zweistellige Milliardebeträge belaufen», sagt er der polnischen Zeitung «Gazeta Wyborcza». Arm sollen die iranischen Führer dennoch nicht sein: So verdiente Iran Ende 2007 gemäss Milani an einem Öl-Vertrag mit China rund zwei Milliarden Dollar. Und 2009 fror die britische Regierung 1,5 Milliarden Dollar ein, die laut «Gazeta Wyborcza» angeblich dem jüngsten Sohn von Khamenei gehören sollen. (cha)

Erstellt: 11.01.2010, 12:03 Uhr

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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.