Ausland
Milizen reagieren mit eiserner Faust
Bisher einziges Bild: Teheran am Montag, 22. Juni. (Bild: Reuters)
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Die Reaktion des Wächterrats
Der Wächterrat hat am Wochenende und heute seine Stellungnahme zu den Wahlen abgegeben: In 50 Wahlbezirken seien mehr Stimmen abgegeben worden als es Wahlberechtigte gegeben habe, sagte SprecherAbbas Ali laut einer Meldung auf der Webseite des staatlichen Fernsehens. Dies ändere jedoch nichts am Wahlsieg Mahmoud Ahmadinejads. Somit gehen weder der geistliche Führer Ayatollah Ali Khamenei noch die Wächter über die islamische Verfassung auf die Forderung der Opposition nach Neuwahlen ein.
Weiteres Video aus Teheran, 22. Juni 2009
19.41 Uhr: CNN und verschiedene Twitterer aus Teheran melden, die Protestzüge seien inzwischen seltsam ruhig. An zwei Orten der Stadt seien die Demonstranten und die Milizen früher am Nachmittag aneinander geraten. Ernsthafte Verletzungen seien bisher jedoch nicht gemeldet worden. Die Sicherheitskräfte hätten Tränengas eingesetzt und seien an verschiedenen Orten der Stadt stationiert.
Die britische BBC berichtet, die Polizisten hätten die Demonstranten von Anfang an scharf sanktioniert. Sie hätten sofort Tränengas eingesetzt und mit ihrer Präsenz die Menge auseinander getrieben. Auch die Korrespondenten der «New York Times» berichten, von Anfang an seien Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt worden. Die Demonstranten, weniger zahlreich als am Samstag, seien auseinander gedrängt worden. Die Milizen hätten auch Zuschauer, die das Geschehen zu filmen versuchten, festgenommen und das Material beschlagnahmt.
18.30 Uhr: Erste Videobilder aus Teheran treffen ein. Sie sind wie alle Bilder über die letzten Tage nicht verifiziert, sondern von Amateuren aufgenommen. CNN meldet, mindestens «zehntausend Menschen» zögen durch die Strassen.
Einige Organisatoren der Demonstration warnen auf Twitter davor, dass das Regime Twitterer über ihren Standort und ihre Zeitzone ausfindig zu machen versucht, um sie zu blockieren.
16.42 Uhr: Bislang sind keine Bilder oder Videos aus Teheran aufgetaucht. Einwohner der Stadt melden, BBC sei nach einigen Stunden wieder ausgefallen. Auch das Internet funktioniert nur teilweise.
Grossbritannien meldet, es ziehe angesichts der unsicheren Lage die Familienangehörigen des diplomatischen Personals nach Hause zurück. Für die Angehörigen sei kein normales Leben in dem Land mehr möglich, erklärte das Ministerium.
16.17 Uhr: Mehrere Demonstranten warnen sich gegenseitig über Facebook und Twitter vor den Basiji-Milizen, Polizisten und Soldaten, die sich vor Ort befinden. «Passt auf Scharfschützen auf den Dächern auf!» schreiben gleich mehrere Iraner auf Twitter.
16.06 Uhr: Auf dem Tir-Platz kreisen Basiji-Milizen laut CNN die Demonstranten ein und versuchen, eine Bresche in die Menge zu schlagen. Zwei Helikopter kreisen über den Deomnstranten. In diesen Minuten soll die Mahnwache für die Toten vom Samstag, insbesondere für die getötete Neda, abgehalten werden.
Laut Meldungen auf Twitter rufen die Menschen: «Habt keine Angst, wir sind alle zusammen hier.»
15.55 Uhr: Mehrere hunderte, laut amerikanischen Medien gar tausende Iraner haben sich auf dem Haft-e-Tir-Platz in Teheran versammelt. Sie trauern mit schwarzen Kerzen und grünen Bändern um jene mindestens 14 Toten, die am Samstag bei den Demonstrationen ums Leben gekommen sind.
Mir-Hossein Moussavi hat die Menschen gerufen. Sie sollen sich ab 18 Uhr (16 Uhr MEZ) treffen. Laut Meldungen auf Twitter und Facebook erwarten die Demonstranten dann eine Rede des Oppositionsführers. Zu heftigen Zusammenstössen kam es jedoch schon in den letzten Minuten: CNN meldete soeben in einer Eilmeldung, bereits seien fünf Demonstranten verhaftet worden, und die Revolutionsgarden setzten Tränengas gegen die Demonstranten ein.
Demonstrationen werden «kompromisslos» niedergeschlagen
Regierungstreue Garden hatten auf ihrer Internetseite angekündigt, neue Strassenproteste kompromisslos niederzuschlagen. Auf jede nicht genehmigte Demonstration werde auf «revolutionäre Weise» reagiert. Die Eliteeinheit untersteht Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei, der im Iran als nahezu allmächtig gilt.
Die iranischen Behörden machen «unbekannte Vandalen» für die tödlichen Schüsse auf Demonstranten verantwortlich. Am Sonntag hatten die Behörden «Terroristen» für die Taten verantwortlich gemacht und die Täterschaft von Polizisten bestritten. (oku/sda)
Erstellt: 22.06.2009, 22:32 Uhr
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