Ausland
Die Schlägerbrigaden der Ayatollahs
Aktualisiert am 22.06.2009 18 Kommentare
Prügeln seit 1979: Bassidsch-Milizen. (Bild: Keystone)
Tauchen unerwartet auf: Milizen. (Bild: Keystone)
Artikel zum Thema
Der paramilitärischen Einheit gehören nach offiziellen Angaben zehn Millionen Freiwillige an, rund 500'000 Milizionäre sind militärisch geschult. Die meist in Zivil auftretenden Milizionäre werden von den Revolutionsgarden kontrolliert und sind der konservativen geistlichen Führung um Ayatollah Ali Khamenei treu ergeben.
Ins Leben gerufen wurde die Volksmiliz, die sich vor allem aus der iranischen Mittel- und Unterschicht rekrutiert, nach der Islamischen Revolution 1979 von Republikgründer Ayatollah Khomeini. Für Aufsehen sorgte die Bassidsch-Miliz erstmals in den 80er-Jahren im Ersten Golfkrieg mit dem Irak.
«Menschliche Wellen» über Minenfelder
Damals sollen zahlreiche jugendliche Bassidsch-Kämpfer bei Himmelfahrtskommandos getötet worden sein, als sie als «menschliche Wellen» über Minenfelder liefen, um den Weg für die regulären iranischen Truppen frei zu machen.
Heute beteiligt sich die Bassidsch-Miliz an sozialen Aktivitäten wie Impfkampagnen, die Einheiten werden aber auch im Kampf gegen Oppositionelle und Regimekritiker eingesetzt. Als Sittenwächter machen sie Jagd auf unzureichend verhüllte Frauen, stürmen illegale Partys und montieren Satellitenschüsseln ab. 1999 und 2003 schlug die Freiwilligen-Miliz Studentenproteste nieder.
Übergriffe auf Oppositionelle
Auch in den vergangenen Tagen war die Bassidsch-Miliz nach Darstellung der Opposition in Gewalttaten verwickelt. In Teheran setzten Bassidsch-Kämpfer Schlagstöcke und Tränengas gegen Demonstranten ein, nachts sollen sie Studenten in einer Wohnsiedlung im Norden der Hauptstadt angegriffen haben.
Die Anhänger des zweitplatzierten Präsidentschaftskandidaten Mir Hussein Moussavi, die den Wahlsieg von Staatschef Mahmoud Ahmadinejad bezweifeln, werden von der Bassidsch-Miliz als «Aufständische» bezeichnet.
«Zeugnisse über Einflussnahme»
Moussavi machte die loyalen Truppen der iranischen Führung im Gegenzug für Wahlmanipulationen verantwortlich. Es gebe «Zeugnisse über Einflussnahme» von Mitgliedern der Revolutionsgarden und der Bassidsch-Miliz, kritisierte er nach der Wahl.
Am Freitag wollten die Bassidschis erneut ihre Macht demonstrieren: Die Miliz hat ihre Anhänger dazu aufgerufen, in grosser Zahl am Freitagsgebet in Teheran teilzunehmen, das von Ayatollah Khamenei geleitet werden sollte. (sam/sda)
Erstellt: 22.06.2009, 17:40 Uhr
Kommentar schreiben
18 Kommentare
In den 30er Jahren gab es doch schon mal sowas bei unserem nördlichen Nachbarn. SA & SS haben dort ganze Arbeit geleistet, um das Volk willig zu machen. Zu was religiöse Extremisten fähig sind, zeigt der Staat Iran am eindrücklichsten. Das Volk kann sich nicht mehr aus der Umklammerung befreien. Solche Staatsgebilde sind für die Weltsicherheit eine Gefahr = siehe europ. Geschichte im Mittelalter. Antworten
Ausland
- 23:28Muslimbrüder sind siegesgewiss
- 11:17Plant Berlusconi einen Anlauf mit neuer Partei?
- 06:36Mob wirft Steine auf Präsidentschaftskandidaten
- 06:23Unterstützte der Bieler Gymnasiast eine Terrorgruppe?
- 23.05.2012Grosser Andrang vor ägyptischen Wahllokalen
- 23.05.2012«Dieses Ungleichgewicht zerstört die Europäische Union»
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




