Ausland

Die äusserst hitzige Sara Netanyahu

Aktualisiert am 19.01.2010

Eine ehemalige Hausangestellte wirft der Frau des israelischen Premiers vor, sie jahrelang misshandelt und beschimpft zu haben. Die Öffentlichkeit überrascht dies nicht.

Neigt angeblich zu Wutausbrüchen: Sara Netanyahu, hier mit ihrem Mann Benjamin (links) und dem heutigen Präsidenten Shimon Peres.

Neigt angeblich zu Wutausbrüchen: Sara Netanyahu, hier mit ihrem Mann Benjamin (links) und dem heutigen Präsidenten Shimon Peres.
Bild: Keystone

Sara Netanyahu, so schreiben verschiedene israelische Medien, geniesst den zweifelhaften Ruf einer Tyrannin. Immer wieder macht sie ihrem Mann öffentlich Szenen, zelebriert Wutausbrüche und gibt übermässig Geld aus. Jetzt wird sie wegen ihres überbordenden Temperaments mit einer Klage konfrontiert, wie «Haaretz.com» schreibt.

Eine frühere Hausangestellte mit dem Namen Lillian Peres verklagt die Frau von Premier Benjamin Netanyahu, weil sie ihr sechs Jahre lang umgerechnet weniger als 1000 Franken im Monat an Lohn gezahlt, sie ausserdem beschimpft und gedemütigt haben soll. Jetzt soll Frau Netanyahu der Ex-Angestellten umgerechnet 70'000 Franken Schadenersatz zahlen.

Mitten in der Nacht angerufen

Peretz musste nach eigenen Aussagen viermal am Tag duschen und sich neu anziehen, um die Luxusvilla der Netanyahus nicht zu beschmutzen, wie ABC News die grosse israelische Zeitung «Yedioth Aharanot» zitiert. Mitten in der Nacht habe Frau Netanyahu angerufen und ihr befohlen, Kissen aufzuschütteln, so Peretz. Nach der jahrelangen Anstellung bei den Netanyahus habe sie an Depressionen gelitten.

Sara Netanyahu schweigt öffentlich zu den Vorwürfen. «Lassen Sie meine Frau und meine Kinder in Ruhe», liess sich ihr Mann bei «Haaretz» zitieren. Er sei überzeugt, dass bald die Wahrheit hinter dieser schmutzigen Kampagne ans Licht komme. Die Sprecher des israelischen Premiers wiesen die Anschuldigungen als Komplott zurück.

Der Korrespondent von «Sueddeutsche.de» erinnert an zahlreiche Affären, mit denen die israelische First Lady in der Vergangenheit Schlagzeilen gemacht habe. So habe Netanyahu dem heutigen Präsidenten Shimon Peres öffentlich und aufgeregt aussereheliche Eskapaden vorgeworfen. Nicht nur Hausangestellte, sondern auch Regierungsangestellte bekamen regelmässig ihre Wutausbrüche zu spüren – bis die Wahlberater ihres Mannes der First Lady rieten, sich künftig zurückzuhalten.

(oku)

Erstellt: 19.01.2010, 17:16 Uhr

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