Ausland
Die perfekte Befreiung
Aktualisiert am 26.01.2012 47 Kommentare
Wieder frei: Poul Thisted und Jessica Buchanan. (Bild: Keystone )
Somalia
Piraten vermehrt am Land
Die somalischen Piraten, die seit Jahren die Küstenregionen des Landes terrorisieren, gehen seit geraumer Zeit zunehmend dazu über, auf dem Land gekidnappte Geiseln zu übernehmen. Hintergrund ist, dass die Handelsschiffe, die in der Region unterwegs sind, immer besser geschützt werden. Dies hat die Erfolgsrate der Seeräuber auf hoher See deutlich verringert. Bereits in den Wochen vor der Entführung der beiden Entwicklungshelfer aus den USA und Dänemark waren mehrere Europäer im Nachbarland Kenia verschleppt worden. Unter anderem war eine britische Touristin auf der Insel Lamu gekidnappt und vermutlich nach Somalia gebracht worden. Eine Französin, die aus einem kenianischen Urlaubsort nach Somalia entführt wurde, starb unter ungeklärten Umständen.
Für die Entführungen wird die radikalislamische al-Shabab-Miliz in Somalia verantwortlich gemacht, die seit Jahren gegen die Übergangsregierung in Mogadiscio kämpft. Kenianische Truppen waren wegen der Vorfälle Mitte Oktober in Somalia einmarschiert. (vin/sda)
Legendäre Eliteeinheit des US-Militärs: Soldat der Navy Seals im Einsatz. (Screenshot: ABC)
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Links
- «U.S. Swoops In to Free 2 From Pirates in Somali Raid» (New York Times)
- «Navy SEALs rescue kidnapped aid workers» (Wasgington Post)
- «SEAL Team 6: Training for Rescue Operation» (ABC)
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In der Nacht auf Mittwoch, etwa um 2 Uhr, hatten aufgeschreckte Bewohner des somalischen Dorfs Galkayo ungewöhnlichen Lärm wahrgenommen – das Dröhnen von Helikoptern, wie sie später realisierten. Es war der Beginn der perfekt organisierten Befreiung einer 32-jährigen Amerikanerin und eines 60-jährigen Dänen, die letzten Oktober von Piraten entführt worden waren.
Laut «New York Times» und anderen amerikanischen Medien sprangen etwa zwei Dutzend Angehörige des Navy-Seals-Teams Six mit Fallschirmen ab, etwa zwei Meilen vom Aufenthaltsort der Piraten entfernt. Anschliessend schlichen sich die Elite-Soldaten zum Wüstencamp, wo sich auch die festgehaltenen Ausländer befanden.
Navy Seals handeln rasch und effizient
Die eigentliche Befreiungsaktion der Navy Seals erfolgte rasch und effizient. Nach wenigen Minuten waren die im Schlaf überraschten Geiselnehmer tot – und die beiden Geiseln, die als Minenentschärfer in dem Bürgerkriegsland gearbeitet hatten, konnten befreit werden. Auf amerikanischer Seite wurde kein Soldat verletzt. Das Feuergefecht soll nur ein paar Minuten gedauert haben. Ein Pirat, der zwar nicht vor Ort war, aber sich auf Zeugen beruft, sagte der Nachrichtenagentur AP, dass die Navy Seals unter anderem raketenähnliche Geschosse eingesetzt hätten. Viele Wachen des Wüstencamps hätten am Abend berauschende Khat-Blätter gekaut und geschlafen, als die Navy Seals angegriffen hätten. Das Pentagon wollte keine Angaben machen, ob und wie sich die Piraten gewehrt hätten. Es hiess lediglich, dass die Geiselnehmer schwer bewaffnet gewesen seien.
Dem amerikanischen General Carter F. Ham zufolge wurden alle neun Geiselnehmer bei der Befreiungsaktion getötet. Wie ein Sprecher des Pentagons erklärte, habe es konkrete Pläne gegeben, die Piraten festzunehmen. Bei der Befreiungsaktion habe sich aber eine solche Gelegenheit nicht ergeben. Gemäss Medienberichten waren die Navy Seals etwa eine Stunde lang am Boden im Einsatz, bevor sie von Helikoptern in Sicherheit gebracht wurden. Augenzeugen zufolge hatte das US-Kommando während der Aktion auch die Kontrolle über den Flughafen Galkayo übernommen.
Im letzten Mai Bin Laden liquidiert
Die Navy Seals gelten als beste und geheimste Eliteeinheit des US-Militärs. Es waren auch diese Elite-Soldaten, die im vergangenen Mai den Chef der al-Qaida, Osama Bin Laden, in seinem Versteck in Pakistan aufspürten und liquidierten. Der jüngste Einsatz der Navy Seals in Somalia sei eine «weitere Botschaft an die Welt», dass die USA entschieden gegen Gefahren für ihre Bürger vorgingen, erklärte der amerikanische Präsident Barack Obama am Tag seiner «Rede an die Nation».
Obama soll am Montagabend – nach einer Lagebeurteilung mit seinen Sicherheitsberatern – den Einsatzbefehl gegeben haben, weil sich der Gesundheitszustand der amerikanischen Geisel laut Geheimdienstinformationen rapide verschlechterte. Einige Quellen sprechen von einer Nierenentzündung.
Wichtiger US-Stützpunkt in Djibouti
Die Amerikaner hatten schon einige Tage zuvor den Aufenthaltsort der Geiseln südöstlich von Galkayo im Zentrum von Somalia aufgespürt. Dann, in der Nacht auf Mittwoch, starteten die Helikopter mit den Navy Seals an Bord auf einer Militärbasis in Djibouti – dorthin wurden die beiden Geiseln nach der Befreiung gebracht und medizinisch versorgt. In Djibouti unterhalten die Amerikaner einen wichtigen Militärstützpunkt für ihren Kampf gegen den islamistischen Terror, der unter anderem von Gruppierungen im Jemen organisiert wird.
Die beiden Entführten hatten für die dänische Antiminen-Gruppe gearbeitet, die zum Dänischen Flüchtlingsrat gehört. Dieser erklärte in der Zwischenzeit, dass die 32-jährige Amerikanerin und der 60-jährige Däne «unverletzt und an einem sicheren Ort» seien. Sie seien auf dem Weg zu ihren Familien. (vin)
Erstellt: 26.01.2012, 14:22 Uhr
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47 Kommentare
Gut so, dass keine Gefangenen gemacht wurden. Das würde nur wieder Ärger bringen und man hätte irgendwelche Menschenrechtsorganisationen am Hals, die diese Verbrecher unterstützen würden. Diese Piraten sind keine armen Leute, sondern gut organisierte mit genügend Geld ausgestattete Kriminelle Antworten
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