Ausland

«Dominanz der Weltmächte zerstören»

Aktualisiert am 30.06.2009

Kaum hat der Wächterrat seinen Wahlsieg bestätigt, attackiert der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad die USA und den Westen.

Will in der internationalen Politik eine grössere Rolle spielen: Mahmud Ahmadinejad.

Will in der internationalen Politik eine grössere Rolle spielen: Mahmud Ahmadinejad.
Bild: Keystone

In seiner ersten Rede nach der offiziellen Bestätigung seines Wahlsiegs durch den Wächterrat hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad die Vorherrschaft der USA und anderer westlicher Länder angeprangert. «Wir wollen eine Interaktion mit dem Rest der Welt», sagte Ahmadinejad am Dienstag laut der Nachrichtenagentur Irna bei einem Besuch im Geheimdienstministerium. In diesem Zusammenhang werde der Iran alle «Kapazitäten nutzen, um die Dominanz der Weltmächte zu zerstören», sagte er in Anspielung auf die USA und den Westen. Die Vorherrschaft der Grossmächte im wissenschaftlichen und militärischen Bereich müsse ein Ende haben, sagte er.

Wahlergebnis erneut bestätigt

Der iranische Wächterrat hatte am Montag das umstrittene Ergebnis der Präsidentschaftswahl erneut bestätigt. Nach amtlichen Angaben war Ahmadinejad bei der Wahl am 12. Juni mit einer deutlichen Mehrheit von fast 63 Prozent im Amt bestätigt worden.

Der Präsident würdigte das Wahlergebnis als Sieg des Volkes. Den Feinden der Islamischen Republik sei damit eine Niederlage beigebracht worden, sagte er nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Gegen die Entscheidung, Ahmadinejad zum Wahlsieger zu erklären, waren hunderttausende Menschen auf die Strasse gegangen. Ihre Proteste wurden vom Staat gewaltsam unterdrückt. Nach Berichten amtlicher Medien kamen 20 Menschen bei den Auseinandersetzungen ums Leben. Hunderte wurden festgenommen.

Vereidigung voraussichtlich am 26. Juli

Die Anhänger des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad haben am Dienstag die Entscheidung des Wächterrats gefeiert, die umstrittene Präsidentenwahl als gültig anzuerkennen. Die regierungsnahen Zeitungen veröffentlichten die Nachricht prominent auf der ersten Seite, während die mit der Opposition sympathisierenden Blätter nur eine kurze Notiz brachten. Die Regierung nannte den 26. Juli als möglichen Termin für eine Vereidigung Ahmadinejads für eine zweite Amtszeit. (vin/sda)

Erstellt: 30.06.2009, 19:05 Uhr

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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.