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Dubai macht auf Schadensbegrenzung

Die Geldnöte des Emirats Dubai versetzen die Märkte weltweit in Aufruhr. Nun versucht das Emirat, mit Good-News die Turbulenzen in Grenzen zu halten.

1/9 Grund zur Sorge: Ein Händler an der Börse von Dubai.
Bild: Reuters

   

Mit seiner Bitte um Zahlungsaufschub bei seinem Flaggschiff-Unternehmen Dubai World hat das Emirat Dubai Investoren rund um die Welt schockiert. Das Konglomerat sei nicht in der Lage, seinen Schuldenberg in der Höhe von 59 Milliarden Dollar zu bedienen, hiess es im einstigen Boom-Staat. Nun versuchen die Machthaber des Emirats den angerichteten Schaden zu begrenzen: Sie liessen verlauten, dass DP World, weltweit der viertgrösste Hafenbetreiber, nicht vom Ausfall betroffen sein werde. DP World ist die Perle innerhalb des Konglomerats von Dubai World und erwirtschaftete 188 Millionen Dollar Profit im ersten Halbjahr.

Angst vor Staatsbankrott wächst

Doch die Ankündigung der Regierung Dubai reicht nicht aus, um die Schockwellen einzudämmen, welche rund um die Welt rollen. Weiterhin befürchten Investoren, dass der staatsnahe Konzern pleite gehen könnte, wie die in die Höhe schiessenden Preise für Kreditausfallrisiken zeigen. Bereits wird Dubai als das Land mit dem sechstgrössten Ausfallrisiko weltweit eingeschätzt. Sorgenkind Nummer 1 im Konglomerat ist die Immobilienfirma Nakheel, die einen enormen Schuldenberg anhäufte, um riesige Immobilienprojekte wie etwa die Palmeninseln zu realisieren. Dabei leidet das Unternehmen vor allem darunter, dass die Immobilienpreise in Dubai innert Jahresfrist um 50 Prozent eingebrochen sind.

Als Retter in der Not muss nun das Emirat Abu Dhabi herhalten, dessen Einnahmen vor allem von den grossen Ölreserven herrühren. Um den Milliarden-Forderungen aus dem Ausland nachkommen zu können, haben sich die Machthaber der beiden Länder bereits früher auf ein Refinanzierungsprogramm in der Höhe von 20 Milliarden Dollar geeinigt. Zur Hilfe kommen soll dabei die in Abu Dhabi gelegene Zentralbank der Vereinigten arabischen Emirate. Auch haben am Mittwoch zwei staatlich kontrollierten Banken aus Abu Dhabi Staatsanleihen aus Dubai in der Höhe von 5 Milliarden Dollar gekauft.

Ganze Golfregion von Schuldenkrise betroffen

Die Abhängigkeit Dubais von seinem reichen Nachbarn hat allerdings ihren Preis. Denn Abu Dhabi könnte angesichts der Rivalität der beiden Emirate die Schwäche Dubais ausnutzen und versuchen, die Stellung des internationalen Handelsplatzes zu untergraben, um selber als neues Zentrum für Finanzdienstleistungen aufzusteigen. Zu weit darf Abu Dhabi dabei allerdings nicht gehen: Lässt das Emirat Dubai in den Staatsbankrott schlittern, hätte dies wohl fatale Folgen. Bereits jetzt hat die grassierende Verunsicherung die ganze Golfregion erfasst. So hat etwa die saudische Gulf International Bank die Emission einer Dollar-Anleihe verschoben – laut «Financial Times» ein klares Anzeichen dafür, dass Unternehmen und Staaten aus der gesamten Region schon bald Schwierigkeiten bei der Refinanzierung ihrer Schulden bekommen könnten. (dvp)

Erstellt: 27.11.2009, 08:28 Uhr

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