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Ein Augenzeuge erzählt von Nedas Tod

Aktualisiert am 26.06.2009

Die iranische Demonstrantin sei von einem Basij-Miliz aus nächster Nähe erschossen worden. Das sagt der Mann, der versuchte, ihr Leben zu retten.

«Habe versucht, ihr Leben zu retten»: Der Arzt half nach eigenen Angaben gemeinsam mit Nedas Freund (rechts).

«Habe versucht, ihr Leben zu retten»: Der Arzt half nach eigenen Angaben gemeinsam mit Nedas Freund (rechts). (Bild: Keystone)

«Schwere Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu treten»: Arash Hejasi.

«Schwere Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu treten»: Arash Hejasi. (Bild: BBC)

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Die im Tod zum Symbol der Protestbewegung gewordene Neda Agha-Soltan sei von einem Mitglied der regierungstreuen Basij-Miliz erschossen worden. Das sagte der in London lebende Iraner Arash Hejasi der britischen BBC. Der Arzt ist nach eigenen Angaben bei Neda gewesen und hat versucht, ihr zu helfen.

Hejasi studiert derzeit in England und war nach eigenen Angaben zu einem kurzen Besuch bei Freunden in Teheran, als er von der Protestkundgebung hörte und sie sich ansehen ging. Plötzlich habe die Polizei Tränengas verschossen, und Motorräder seien angerast. «Wir hörten einen Schuss. Neda stand einen Meter entfernt von mir. Ich drehte mich um und sah Blut aus ihrer Brust schiessen», sagte er dem Sender. «Wir stürzten hin und legten sie auf den Boden. Ich sah die Schusswunde direkt unter dem Hals.» Er habe versucht, die Blutung zu stoppen, aber sie sei rasch gestorben.

Der Miliz sass auf einem Motorrad

Die Demonstranten hätten zunächst angenommen, dass der Schuss vom Dach eines nahen Hauses gekommen sei. Dann hätten sie aber einen bewaffneten Basj-Milizionär auf einem Motorrad entdeckt, ihn angehalten und entwaffnet. Der Mann habe anscheinend zugegeben, auf die junge Frau geschossen zu haben; er habe gerufen: «Ich wollte sie nicht umbringen». Die wütenden Demonstranten hätten ihm den Ausweis abgenommen, ihn fotografiert und dann laufenlassen, schilderte Hejasi.

Er sei sich bewusst, dass er sich mit seiner Aussage in Gefahr bringe und vielleicht nicht mehr in den Iran zurückkehren könne, sagte er weiter. Er sei immer unpolitisch gewesen. «Es war eine schwere Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu treten und darüber zu sprechen. Aber sie ist für eine Sache gestorben. Sie hat sich für Grundrechte eingesetzt... Ich möchte nicht, dass ihr Blut umsonst vergossen wurde.» (oku/ap)

Erstellt: 26.06.2009, 14:39 Uhr

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