Für seinen Kopf zahlen die USA fünf Millionen Dollar

«Omar der Tschetschene» gilt als der wichtigste Militärkommandant des IS. Nun hat ihn das US-Militär gezielt angegriffen.

Ein bekanntes Gesicht des IS: Omar al-Shishani in einem Propagandavideo der Terrormiliz.

Ein bekanntes Gesicht des IS: Omar al-Shishani in einem Propagandavideo der Terrormiliz. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die von den USA geführte Koalition im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) hat ihn am Freitag bei einem Luftangriff in Syrien ins Visier genommen: Omar al-Shishani, auch bekannt als «Omar der Tschetschene». Er gilt als IS-Hauptkommandant und gehört deshalb zu den meistgesuchten Terroristen überhaupt. Fünf Millionen Dollar sind in den USA auf ihn ausgesetzt – ein Kopfgeld, das vielleicht nicht mehr gezahlt werden muss. Denn US-Beamte vermuten, dass Shishani beim Angriff getötet worden sein könnte. Dies berichten CNN und die Nachrichtenagentur Reuters.

Bekanntes Gesicht des IS

Den amerikanischen Behörden zufolge hat Shishani das Kommando des IS für Nordsyrien inne und ist eine entscheidende Person innerhalb der Jihadistenmiliz. Ihm sollen tausend ausländische Kämpfer unterstehen. Die USA gehen ausserdem davon aus, dass der Extremist ein Gefängnis nahe Raqqa beaufsichtigt, in dem mutmasslich ausländische Geiseln festgehalten werden.

Der Mann mit dem auffälligen roten Bart und der bleichen Haut ist eines der bekanntesten Gesichter des IS – und stammt augenscheinlich nicht aus dem Irak oder aus Syrien. Shishani heisst mit bürgerlichem Namen Tarchan Batiraschwili, ist gebürtiger Georgier und spricht in den IS-Propagandavideos Russisch.

Zeigt den Weg Shishanis zum IS-Kommandanten: Video von CNN. (Quelle: Youtube)

Batiraschwili lebte ursprünglich im Pankissi-Tal, das als Zentrum der tschetschenischen Gemeinde in der Kaukasusnation und als einstige Hochburg von Extremisten gilt. Radikalisiert hat sich der heutige IS-Kommandant erst 2010, als er wegen illegalen Waffenbesitzes in Georgien im Gefängnis sass. Zuvor hatte Batiraschwili sogar noch zwei Jahre lang im georgischen Militär gedient. Dem IS schloss er sich 2013 an und stieg unter dem Namen Omar al-Shishani intern schnell auf.

«Auswirkung auf die Rekrutierung ausländischer Kämpfer»

Nach Angaben des Pentagons hat sich «Omar der Tschetschene» zum Zeitpunkt des Luftangriffes in Shadadi in Nordsyrien befunden, um Kämpfer zu unterstützen. Er wurde ins Visier genommen, um den IS bei der Verteidigung seiner Hochburgen Raqqa oder Mosul zu schwächen.

Hat eine strategisch wichtige Lage: der bombartierte Ort Shadadi. (Screenshot CNN-Video)

«Seine mögliche Beseitigung hätte negative Auswirkungen auf die Rekrutierung ausländischer Kämpfer – besonders aus Tschetschenien und der Kaukasus-Region», glaubt zudem Pentagon-Sprecher Peter Cook.

Frühere Tötungen ranghoher IS-Mitglieder haben allerdings gezeigt, dass sich die Terrormiliz nicht so einfach schwächen lässt. Sie hat sich in der Vergangenheit als äusserst anpassungsfähige Organisation erwiesen. Wenn ein Kommandant getötet wird, rückt laut Experten von CNN einfach jemand anderes nach. Die Taktik des US-Militärs sei es, die fähigsten Leute innerhalb der Jihadistenmiliz nach und nach zu eliminieren, vor allem auch solche, die IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi nahestehen. (wig./AFP)

(Erstellt: 09.03.2016, 09:43 Uhr)

Stichworte

Artikel zum Thema

Die gefährliche Flexibilität des IS

Analyse Der Islamische Staat mag finanzielle Schwierigkeiten haben, aber er bleibt bedrohlich. Mehr...

Rivalitäten innerhalb des IS

Neue Dokumente beweisen: Beim Islamischen Staat ist alles klar geregelt, auch der Umgang mit Sklavinnen. Das führt intern zu Streitigkeiten. Mehr...

«Abaaoud ist nun ein Idol»

Interview Terrorexperte Guido Steinberg erwartet weitere Anschläge. Gefährdet sei aber nicht nur Frankreich, sondern ganz Westeuropa – auch die Schweiz. Mehr...

Service

Agenda

Alle Events im Überblick.

Werbung

Kommentare

Die Welt in Bildern

Bald platzen sie: Ein Junge bläst am Strand von Colombo (Sri Lanka) Seifenblasen in die Luft (8. Dezember 2016).
(Bild: Dinuka Liyanawatte) Mehr...