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Ghadhafis Sohn paktiert angeblich mit den Islamisten

Aktualisiert am 05.08.2011 12 Kommentare

Saif al-Islam al-Ghadhafi, einst Kosmopolit und Sympathisant westlicher Demokratien, liebäugelt scheinbar plötzlich mit einem Gottesstaat. Möglicherweise handelt es sich um eine neue Finte des Ghadhafi-Clans.

Sucht angeblich die Nähe zu radikalen Kräften im Land: Saif al-Ghadhafi.

Sucht angeblich die Nähe zu radikalen Kräften im Land: Saif al-Ghadhafi.
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Gibt sich noch immer kampfbetont und siegessicher: Saif al-Ghadhafi.(Bild: New York Times)

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Rebellen kapern Tanker

Die libyschen Aufständischen formieren sich in den Nafusa-Bergen im Westen des Landes neu und planen in den kommenden Tagen eine Grossoffensive gegen Tripolis.

Die Rebellen hofften, noch vor dem Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan Ende August die Hauptstadt zu erreichen, sagte Kommandeur Muktar al-Achdar der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag nach einem Treffen der militärischen Führung der Aufständischen in der Garnisonsstadt Sintan.

Rebellen kapern Tanker

Ein libyscher Öltanker, der nach Angaben der Rebellen vor Tripolis gekapert worden war, ist heute in Benghazi eingelaufen. Die Carthagena der staatlichen libyschen Schifffahrtsgesellschaft legte am Vormittag im Hafen von Benghazi an, wie ein AFP-Journalist berichtete.

Ein Offizier der Rebellen erklärte, sie hätten das Schiff vor zwei Tagen auf dem Weg von Malta zur libyschen Hauptstadt Tripolis ohne Anwendung von Gewalt unter ihre Kontrolle gebracht. Demnach war das 182 Meter lange Schiff mit 37'000 Tonnen Erdöl voll beladen. Es sei mithilfe der Nato aufgespürt worden, sagte der Offizier.

Das Schiff legte im Hafen von Benghazi am Erdölterminal an, wo bereits der Öltanker Anwar Afriqya liegt, der Mitte März von den Rebellen mit 25'000 Tonnen Benzin gekapert worden war. (DAPD/AFP)

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Die Alliierten setzen ihre Angriffe auf die libysche Armee fort.

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Die Revolution gegen den Machthaber in Libyen sei eine Verschwörung radikaler Islamisten, behauptete die Ghadhafi-Familie, als die Unruhen im Land ausbrachen. Und bis vor kurzem warfen die Herrscher den Aufständischen Kontakte zu Gruppierungen wie dem Terrornetz al-Qaida vor. Doch nun hat Saif al-Islam al-Ghadhafi, der Sohn des libyschen Diktators, gegenüber einem Journalisten der «New York Times» eine Behauptung gemacht, die das Regime selber in die Nähe der Islamisten rückt – wenn sie denn tatsächlich stimmt.

Er sei daran, eine Allianz mit den islamistischen Kräften unter den Aufständischen zu schmieden, sagte Saif im Interview. Mithilfe dieser wolle man die liberalen Aufständischen aus dem Land jagen. «Wir werden den Deal bald verkünden.» Die einzige Bedingung, welche die Islamisten stellen würden: Es dürfe in Libyen keine andere Verfassung geben als den Koran. Er habe seine Zustimmung dazu gegeben, sagt Ghadhafis Sohn. «Libyen wird danach aussehen wie Saudiarabien oder der Iran – na und?»

Mit Bart und Tasbih

Äusserlich scheint sich Saif bereits auf seine neue Rolle vorbereitet zu haben: Im Video-Interview in der Online-Ausgabe der amerikanischen Zeitung präsentierte er sich mit einem Bart, den er sich vor kurzem wachsen liess, und einem Tasbih, einer Gebetskette.

Die Islamisten hätten ihn kontaktiert, weil sie realisiert hätten, dass sie das Land nicht ohne die Ghadhafis regieren könnten, behauptet Saif. Viele von ihnen kenne er persönlich, weil er sie im Zuge seiner Liberalisierungspolitik aus den Gefängnissen entlassen habe, in die sein Vater sie einst gesteckt hatte.

Islamisten dementieren

Als Kontaktperson nennt der Libyer den führenden Islamisten Ali Sallabi. Doch dieser bestreitet, dass es Verhandlungen zwischen den beiden Seiten gibt. Die libyschen Islamisten, sagt er, würden die Anführer der Rebellen und deren Forderungen nach einer pluralistischen Demokratie unterstützen. In dieser habe es für die Ghadhafi-Familie keinen Platz.

Welche Behauptung stimmt also – jene von Saif al-Ghadhafi oder jene von Ali Sallabi? Möglicherweise, schreibt der Redaktor der «New York Times», handle es sich um eine Strategie, mit der die Ghadhafi-Familie die Aufständischen spalten und sie erneut in die radikalislamische Ecke drängen wolle. Andernfalls würden Saifs Worte von einer abrupten Umkehr zeugen. Immerhin gab er sich früher als Kosmopolit, der Sympathien für den Westen und liberale Demokratien zeigte.

Erstellt: 04.08.2011, 22:01 Uhr

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12 Kommentare

Markus Baumgartner

05.08.2011, 07:25 Uhr
Melden 14 Empfehlung

Und solche Leute sind am WEF in Davos noch Willkommen ! Völlig unverständlich! Antworten


Ernst Winkler

05.08.2011, 06:17 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Gibt es eigentlich keine Mittel, um dem Katz- und Mausspiel ein Ende zu bereiten? Gibt es keine Bomben, die das erledigen könnten? Antworten



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