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Nato tötet 27 Zivilisten – McChrystal entschuldigt sich
Aktualisiert am 22.02.2010 7 Kommentare
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Karsai zeigt Bild von getötetem Mädchen
Erneut sind bei einem Luftangriff der Nato in Afghanistan zahlreiche Zivilisten ums Leben gekommen. Mindestens 27 Menschen wurden getötet und zwölf weitere verletzt, als Nato-Soldaten in der Provinz Dai Kundi drei Fahrzeuge bombardierten.
«Die Regierung in Kabul sprach von einem «unverantwortlichen» Vorfall und verurteilte ihn in «schärfster Form». Der Luftangriff ereignete sich am Sonntagmorgen im Bezirk Gudschran nahe der Grenze zur Unruheprovinz Urusgan in Zentralafghanistan.
Nach Angaben des afghanischen Kabinetts hatten die Nato-Soldaten die Zivilisten, die auf dem Weg in die südliche Provinz Kandahar waren, mit Taliban-Kämpfern verwechselt. Unter den Toten waren demnach auch vier Frauen und ein Kind.
Die Nato-Truppe ISAF kündigte eine Untersuchung an. Die Truppen hätten die Fahrzeuge aus der Luft angegriffen, weil sie die Insassen für Rebellen gehalten hatten und mit einem Angriff rechneten. Nach dem Bombardement hätten die Bodentruppen jedoch Frauen und Kinder vorgefunden.
Schwerer Rückschlag
Der Oberbefehlshaber der US- und NATO-Truppen, Afghanistan- Kommandant Stanley McChrystal, drückte bei einem Gespräch mit Präsident Hamid Karzai «seine Trauer und sein Bedauern über das tragische Ereignis», wie die Nato am Montag mitteilte.
«Wir sind zutiefst betrübt über den tragischen Verlust unschuldigen Lebens», erklärte McChrystal: «Ich habe unseren Truppen klargemacht, dass wir hier sind, um die afghanischen Menschen zu schützen, und dass das versehentliche Töten oder Verletzen von Zivilisten ihr Vertrauen und ihren Glauben in unsere Mission untergräbt. Wir werden unsere Anstrengungen, dieses Vertrauen wiederzugewinnen, erneut verdoppeln.»
Immer wieder zivile Opfer
Es war bereits das dritte Mal in einer Woche, dass bei Luftangriffen der Nato Zivilisten und andere Unbeteiligte getötet wurden. Am Donnerstag wurden in der Provinz Kundus im Norden des Landes afghanische Polizisten bombardiert und sieben von ihnen getötet.
Am Montag vergangener Woche waren bei einem Luftangriff in der Provinz Kandahar fünf afghanische Zivilisten getötet worden. Bei der Grossoffensive in der benachbarten Unruheprovinz Helmand kamen in neun Tagen ausserdem mindestens 16 Zivilisten ums Leben.
Zivile Opfer bei Einsätzen der internationalen Truppen sind in Afghanistan ein hochsensibles Thema. Vor allem zwischen Washington und Kabul kommt es deshalb immer wieder zu Spannungen. McChrystal hatte im vergangenen Jahr versprochen, mehr für den Schutz der Zivilisten zu tun.
Umkämpfter Süden
Bei der Offensive «Muschtarak» (Gemeinsam) in Helmand kämpfen seit mehr als einer Woche rund 15'000 afghanische und internationale Soldaten gegen die Taliban, die bislang das Opium-Anbaugebiet rund um Mardscha kontrollierten.
Die Offensive gilt als erster grosser Testfall für die Erfolgsaussichten der neuen Afghanistan-Strategie von US-Präsident Barack Obama, welche die Vertreibung der Taliban mit einem zivilen Aufbau verbinden soll.
In der ostafghanischen Provinz Nangarhar kamen unterdessen am Montag nach Polizeiangaben mindestens 15 Menschen ums Leben, als ein Selbstmordattentäter sich in der Nähe einer Gruppe von Beamten der Provinzregierung in die Luft sprengte.
Bei einem weiteren Bombenanschlag im Süden des Landes starben zwei ISAF-Soldaten. Zum genauen Ort des Anschlags äusserte sich die ISAF nicht. Die Todesfälle hätten aber nichts mit der Offensive um Mardscha zu tun. (raa/ddp)
Erstellt: 22.02.2010, 15:34 Uhr
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7 Kommentare
Gottseidank hat sich ISAF-Kommandeur Stanley McChrystal bei Präsident Hamid Karzai für das Versehen entschuldigt, nun kann die Demokratisierung Afghanistans ja weiter gehen. Die Vorfälle mit grossen zivilen Opfern zeigen auf, dass die Menschen im Gastgeberland nicht gerade viel wert sind. Es bleibt zu befürchten, dass dies auch nach ihrer angeblichenBefreiung nicht viel anders wird. Antworten
Schön,das es auch unter Terroristen noch anständige Menschen gibt ! Würde sich jeder "Islamist" für seine Morde jeweils höflich entschuldigen, würden wir das ja auch gerne gelten lassen, ihm weiterhin alles Gute wünschen und ihm unsere ungeteilte Unterstützung zusagen. Warum wollen das die europäischen Völker (und in Holland bereits die Regierung !) nicht einsehen ? Dranbleiben, Qualitätspresse ! Antworten
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