Ausland

Hoher General und Jugendfreund Assads flüchtet aus Syrien

Aktualisiert am 06.07.2012 9 Kommentare

Der Rückhalt von Baschar al-Assad bröckelt auch in den eigenen Reihen. Ein weiterer ranghoher Offizier floh aus Syrien und wurde dabei von Deserteuren unterstützt – es ist ein Jugendfreund des Diktators.

Treibt viele in die Flucht: Anhaltende Gewalt in Idlib, Syrien. (3. Juli 2012)

Treibt viele in die Flucht: Anhaltende Gewalt in Idlib, Syrien. (3. Juli 2012)
Bild: Keystone

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Waren gute Freunde: Der Ex-General (rechts) neben dem syrischen Präsidenten Assad in der Militärakademie.

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Chronologie der Aufstände in Syrien

Chronologie der Aufstände in Syrien
Die Ereignisse in Syrien seit dem Beginn der Proteste im März 2011.

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Immer häufiger fliehen regimetreue syrische Soldaten ins Ausland. Nun hat auch ein Jugendfreund des syrischen Diktators das Land verlassen. Deserteure sollen Kommandant Manaf Tlass bei der Flucht in die Türkei geholfen haben. Das verlautete heute aus Oppositionskreisen.

Keine Bestätigung gab es zunächst für Berichte, wonach der frühere Vertraute von Präsident Baschar al-Assad bereits am Morgen nach Frankreich geflogen sein soll.

Möglicher Nachfolger Assads?

In Paris findet heute ein Treffen der sogenannten Gruppe der «Freunde Syriens» statt. Tlass, der zu den wenigen Sunniten in der von Alawiten dominierten Militärführung gehörte, ist der Sohn des früheren Verteidigungsministers Mustafa Tlass. Bereits Mustafa Tlass und Hafis al-Assad waren eng befreundet. Wie auf keinen anderen konnte sich Baschar al-Assads Vater auf Mustafa Tlass verlassen.

Beide waren bereits als Teenager der herrschenden Baath-Partei beigetreten. Mehr als dreissig Jahre lang diente Mustafa Tlass dann erst Hafis, dann Baschar al-Assad als Verteidigungsminister. Laut Berichten von «Spiegel online» soll sich der 80-Jährige bereits nach Paris abgesetzt haben – unter dem Vorwand, sich medizinisch behandeln zu lassen. Nun soll auch sein Sohn Manaf über die Türkei nach Paris geflohen sein.

Der syrische Alain Delon

Manaf Tlass gilt als notorischer Frauenheld. Er wird oft mit dem französischen Schauspieler Alain Delon verglichen, dem er offenbar ähnlich sieht. Während Bashar al-Assad nach dem Militärdienst Medizin studierte, machte Manaf Tlass seine Karriere aber im Militär. Mit der Machtübernahme Bashar al-Assads im Jahr 2000 wurde er Offizier der Republikanischen Garde, wo er zuletzt als Brigadeneral tätig war.

Er gilt als pragmatisch und hat offenbar mit den Aufständischen zusammengearbeitet. Ob er sich damit eine Beteiligung an einer zukünftigen Übergangsregierung offenhalten wollte, bleibt unklar. Unter Experten gilt der Kommandant einer Brigade der Republikanischen Garden aber als möglicher Kandidat für eine Führungsrolle nach einem Zusammenbruch des Assad-Regimes. Der Geheimdienst hat offenbar von seinen Kontakten gewusst – weshalb Tlass ins Ausland flüchtete. Davor soll er in seinem Haus im Damaszener Stadtteil Messe unter Hausarrest gestellt worden sein.

Vom türkischen Aussenministerium gab es heute keine Bestätigung für eine Ein- oder Durchreise des Mannes. «Zumindest bis zur vergangenen Nacht ist kein Mann mit diesem Namen in die Türkei eingereist», sagte ein Sprecher des Ministeriums laut Medienberichten. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass Tlass unter anderem Namen über die Grenze gekommen sei.

Syrische Armee beschiesst Daraja

Die syrische Armee hat nach Angaben von Menschenrechtlern heute Morgen derweil die Stadt Daraja in der Provinz Damaskus beschossen. Auch in Teilen der Hauptstadt gebe es heftige Kämpfe, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mit. Bei einem Anschlag auf ein Militärfahrzeug in der nordwestlichen Provinz Idlib seien mindestens fünf Soldaten getötet worden. Gestern waren nach Angaben der Menschenrechtler 95 Menschen bei Kampfhandlungen in Syrien getötet, darunter 68 Zivilisten, 24 Soldaten und drei Aufständische. (ses/sda)

Erstellt: 06.07.2012, 10:48 Uhr

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9 Kommentare

Hans Scheiber

06.07.2012, 12:29 Uhr
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Eine weitere "Geschichte" welche von Oppositionskreisen in die Welt gesetzt wurde, von der aber von keiner offiziellen Seite weder in Syrien noch aus der Türkey eine Bestätigung vorliegt. Dies auch wieder im Vorfeld der Konferenz der verlogenen "Freunde Syriens", welche keine Freunde sind, sondern Umstürzler übelster Sorte. Ein Dreckspiel, aufgeführt und orchestriert von den USA + Co.! Antworten


Hans Trütsch

06.07.2012, 11:37 Uhr
Melden 31 Empfehlung 0

@Asse:nur nicht provozieren,die sind alle noch da, ich habe sogar den Eindruck sie vermehren sich. Aber sie kommentieren generell lieber artikel,die ihrer Sichtweise mehr geneigt sind bzw. besser in ihr Weltbild passen.Bei diesem Artikel z.B. würden ihre Theorien etwas aus dem Rahmen fallen.Trotzdem gilt:Abstand halten und ja nicht provozieren,du willst die einäugigen Zyklopen nicht wecken! Antworten



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