Ausland
Im Armenhaus der arabischen Welt gedeiht der Terror
Aktualisiert am 28.12.2009 8 Kommentare
Artikel zum Thema
- Flugzeugbomber in Jemen zum Terroristen ausgebildet
- Attentäter ist der Sohn eines nigerianischen Ex-Ministers
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Jemen
Islamische Präsidialrepublik
Die Republik Jemen im Süden der arabischen Halbinsel ging aus dem Nord- und dem Südjemen hervor. Die Vereinigung der beiden Länder erfolgte 1990. Der Jemen mit seiner Hauptstadt Sanaa ist etwa so gross wie Frankreich und liegt zwischen dem Roten Meer im Westen, Saudiarabien im Norden, dem Oman im Osten und dem Golf von Aden im Süden. Von Eritrea und Dschibuti am Horn von Afrika trennt den Jemen nur eine wenige Dutzend Kilometer breite Meerenge zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden. Den Grossteil der Bevölkerung stellen jemenitische Araber. Die Religion ist der Islam, rund 99 Prozent der Jemeniten sind Muslime. Die Amtssprache ist Arabisch, auch südarabische Sprachen sind verbreitet. Rund 20 Millionen Menschen leben im Jemen. Staatsoberhaupt ist seit der Vereinigung der ehemalige Präsident von Nordjemen, Ali Abdullah Salih. Sein Allgemeiner Volkskongress stellt die Regierung. Nach der Vereinigung wurde der Jemen von zunehmenden Konflikten erschüttert, 1994 kam es kurzzeitig zum Bürgerkrieg. Seit Jahren liefert sich die Regierung Kämpfe mit schiitischen Rebellen. Ausserdem ist der Jemen zu einem Rückzugsort von Terroristen geworden.
Jemen droht der Zerfall. Im Nordwesten des Landes kämpft die Regierung des Langzeitpräsidenten Ali Abdullah Salih gegen schiitische Rebellen. Im früheren sozialistischen Südjemen werden Rufe nach einer erneuten Teilung des 1990 vereinigten Landes immer lauter. Und in mehreren Provinzen haben sich Al-Qaida-Terrorgruppen eingenistet, nachdem der Regierung die Kontrolle über diese Gebiete entglitten war.
Das Armenhaus der arabischen Welt, gelegen an der Südspitze der arabischen Halbinsel, ist zu einem Rückzugsgebiet für Terroristen aus dem benachbarten Saudiarabien geworden. Das Terrornetzwerk al-Qaida scheint sich im Jemen sicher zu fühlen. Experten warnen deshalb, dass der Jemen zu einem rechtsfreien Raum werden könnte, wo Terroristen-Ausbildungslager betrieben und Anschläge auf internationale Ziele geplant werden.
Attentäter im Jemen ausgebildet
Die Experten liegen mit ihrer Einschätzung offensichtlich richtig. Der am letzten Freitag fehlgeschlagene Anschlag auf eine US-Passagiermaschine wurde mit grosser Wahrscheinlichkeit von al-Qaida im Jemen geplant, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Der Attentäter, der 23-jährige Nigerianer Umar Faruk Abdulmutallab, erklärte nach Angaben von Ermittlern, er sei von Mitgliedern des Terrornetzwerks im Jemen trainiert und instruiert worden.
Eine private Sicherheitsfirma, die Websites militanter Gruppen beobachtet, wies am Wochenende auf ein Video vom 21. Dezember hin, in dem ein Al-Qaida-Mitglied aus dem Jemen von einem geplanten Anschlag in den USA spricht. Die Drohung sei vergangene Woche während der Bestattung von Extremisten erhoben worden, die bei einem Luftangriff im Jemen getötet wurden.
Verdeckte Operationen bereits im Gang
Nach dem versuchten Terroranschlag auf eine Passagiermaschine der Delta Airlines ist der Jemen definitiv zur dritten Front der USA im Kampf gegen den Terror geworden. Inmitten von zwei Kriegen im Irak und in Afghanistan hätten die USA eine verdeckte Operation gegen al-Qaida im Jemen eröffnet, berichtet die «New York Times». Die USA beobachten die Situation im Jemen bereits seit einigen Jahren. Und sie sind im Stillen auch aktiv geworden, wie die Zeitung weiter schreibt. Unter anderem seien schon seit etwa einem Jahr einige der besten im Anti-Terrorkampf geschulten CIA-Agenten in dem arabischen Land, zum anderen hätten Spezialkommandos mit der Schulung jemenitischer Sicherheitskräfte begonnen.
Zudem hat das Pentagon seine Militärhilfe aufgestockt. In den nächsten 18 Monaten werden die USA mehr als 70 Millionen für ihre Operationen im Jemen ausgeben. «Jemen wird jetzt eines der Zentren im Kampf gegen den Terror», sagt der amerikanische Senator Joseph I. Lieberman. Der Vorsitzende des Ausschusses für den Heimatschutz besuchte Jemen im vergangenen August. «Wir haben dort eine stärkere Präsenz und werden mehr militärische und geheimdienstliche Operationen durchführen», sagt Lieberman.
Fanatischer Prediger als Schlüsselfigur
Laut «New York Times» versucht das Weisse Haus, langfristige Beziehungen mit der jemenitischen Regierung aufzubauen. Ziel ist, Präsident Ali Abdullah Salih bei der Bekämpfung von Gruppierungen, die al-Qaida nahestehen, zu unterstützen. Laut Experten ist die Sicherheit im Jemen nicht nur im Interesse der Region, sondern auch des Westens.
Als eine der Schlüsselfiguren der Terroristen im Jemen gilt der fanatische Prediger Anwar al-Awlaki, der in Kontakt zum 23-jährigen Nigerianer gestanden haben soll. Ihn bringen die US-Behörden auch mit dem Amokläufer von Fort Hood, Nidal Malik Hasan, in Zusammenhang. Der Psychiater der US-Armee hatte im letzten November in seiner texanischen Militärbasis 13 Soldaten erschossen.
(vin)
Erstellt: 28.12.2009, 10:17 Uhr
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8 Kommentare
falsche Information: die schlimmsten Kämpfer sind NICHT aus dem Armenhaus- es sind gebildete Söhnchen aus reichen Familien. Bin Laden ist Multimillionär- . Die fanatischen Prediger sind nicht an Armen interessiert sondern fanatischen Extremisten die willig sind sich ins Paradies mit 72 Jungfrauen befördern zu lassen- um den Islam zu verbreiten. Da sind weder die USA noch Israel daran schuld- Antworten
Seit den Karawanen-Ueberfällen von Mohammed bis heut ist der Islam immer wieder gewaltätig gewesen! Mord und Totschlag sind nicht nur erlaubt,sondern vorgeschrieben-wenn es der Sache des Islams dient! Schade, dass der westen die Lehre des Islams nicht kennt noch seine Geschichte mit den zahllosen Eroberungen und Vernichtung des orientalischen Christentums! Antworten
@Cathrine Greig: Ich stimme Ihnen zu. Der Hass auf Westen ist jedoch meistens Hass auf eigener Regierung/Elite. Die reiche Elite in diesen Ländern ist Westen orientiert und so verkörpert sie für die Mehrheit (die Armen) im Land das Bild des Westens. Wie viel soziale Gerechtigkeit gibt es in denen Ländern? Der Regierung geht es nur um Macht und nichts Weiteres, zudem wird sie vom Westen unterstützt Antworten
Ich war mit einem Türken verheiratet und habe einiges über den Islam kennengelernt. Ich glaube nicht, dass der Islam am Terror schuld ist, sondern, dass Armut und Hoffnungslosigkeit gepaart mit einem Hass auf den reichen Westen und somit wir Westler selbst daran schuld sind. Der Westen hat seinen Beitrag zum Terror geleistet. Ein Ja zum Minarett-Verbot hilft auch nicht weiter. Ich liebe den Islam! Antworten
Es sollte endlich einmal zum Nachdenken anregen, weshalb wohl gibt es derart viele top-ausgebildete Oberschicht-Menschen (auch bei uns im Westen) welche sich Terror-Organisationen zuwenden und zujubeln? Irgend etwas stimmt nicht. Kann der Krieg gegen den Terror die Lösung sein? Welchen Einfluss hat zum Beispiel dass der Westen seit Jahrzehnten zuschaut wie Israel die UN-Resolutionen missachtet Antworten
Das ist ja schon komisch: Da besteigt einer in Amsterdam das Flugzeug, schaut sich mal ein Film an, besucht die Toilette, isst etwas, dann ev. nochmals ein Film und kurz vor der Landung zündet er sich vor allen Leuten an? Das stinkt doch gewaltig, der hätte ja beliebig Zeit vorher gehabt und nicht so kurz vor der Landung. Nun können die Amis wieder Budget für Terror beantragen. Antworten
der titel ist doch wieder mal sehr verwirrend und falsch und versucht weiterhin die idiotische theorie zu verteidigen, dass der terror irgendwas mit armut und perspektivlosigkeit zu tun habe. der terrorist, der versucht hat, den flug von amsterdam nach detroit in die luft zu jagen ist millionärsohn und hat in london in einer luxuswohnung gewohnt und hatte eine top ausbilding an guten schulen. Antworten
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Rolf Raess
Vielleicht solltet ihr das Buch von Jean Ziegler "Der Hass auf den Westen" lesen, statt zu wer weissen… Antworten