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«Immer mehr Verletzte in den Spitälern»

Die ganze Welt schaut zu, mit welcher Härte die Sicherheitskräfte gegen die Opposition vorgeht – dank Twitter, Flickr und Youtube. Nun schlägt das Regime zurück.

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Die Anhänger Moussavis ziehen wütend durch Teheran...
Bild: Keystone

   

Ein Thema beherrscht zurzeit den Kurznachrichtendienst Twitter: Die Unruhen nach den Wahlen im Iran. Im Sekundentakt laufen Nachrichten unter dem Stichwort «#IranElection» ein, so kann sich die Weltöffentlichkeit ein Bild von der Lage im Iran machen: Ein Twitter-Nutzer berichtet aus der Hauptstadt Teheran, dass angeblich Armeegeneräle verhaftet wurden, weil sie einen Putsch geplant haben sollen. Ein anderer schreibt, die Zufahrtsstrassen in die Hauptstadt seien gesperrt. In einer Nachricht heisst es, die ganze Nacht hindurch sei es zu Schiessereien gekommen. «Wir haben Kontakt zu 11 Spitälern in Teheran: Es gibt immer mehr Verletzte», so ein User.

Für die Oppositionellen und Demonstranten sind die 140-Zeichen-Nachrichten ein wichtiges Instrument ihres Widerstands: Trotz Zensur können sie sich informieren, wann Demonstrationen stattfinden und welches die nächsten Schachzüge der Regierung sind. Als die Opposition die Protestkundgebung gegen Ahmadinejads Sieg gestern absagte, riefen iranische Twitter-Nutzer dazu auf, trotzdem auf die Strassen zu gehen. Unterstützt werden die Demonstranten von Nutzern aus der ganzen Welt: Diese nehmen virtuell am Geschehen teil, geben weiter, was die Medien über die Situation im Iran berichten und wünschen Glück.

Bilder der Demos

Auch auf anderen Plattformen veröffentlichen Oppositionelle Informationen: In den Blogs «Tehran Live» und «shooresh1917» sind Bilder und Videos aus Teheran zu sehen. So auch bei den Foto-Communitys wie Flickr. Auf Youtube finden sich zudem zahlreiche Videos, die mit Handys gedreht wurden: Sie zeigen, wie brutal die iranischen Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten vorgehen. Die Videos wurden Hunderttausende Male angeschaut.

Obwohl die Regierung alles dran setzt, die Kommunikation einzuschränken – Twitter, Youtube und andere Internetseiten sind zurzeit gerade blockiert –, gelangen immer noch Infos nach aussen. Viele Iraner versuchen, über so genannte Proxys die Internet-Sperre des Regimes zu umgehen. Das sind zwischengeschaltete Computer, die die Anfragen der Protestierenden an die Webseiten weiterleiten. Trotz der Einschränkungen hat die Opposition einen Sieg errungen: Die Regierung kündigte an, das Wahlresultat zu überprüfen. Dies ist wohl auf die weltweite Verteilung von Infos aus Teheran zurückzuführen.

Und auch von Twitter selbst kommt Unterstützung: Das Unternehmen verschob Wartungsarbeiten an seinem Netzwerk, um einen mehrstündigen geplanten Ausfall zu umgehen. Damit «erkennen wir die Rolle an, die Twitter als Kommunikationsmedium im Iran spielt», heisst es im Blog der US-Firma. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.06.2009, 13:23 Uhr

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