Ausland
Iraks Regierungschef führt in Grossstädten
Er könnte an der Macht bleiben: Nuri al-Maliki. (Bild: Keystone)
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Nach der Parlamentswahl im Irak liegt das Rechtstaat-Bündnis von Ministerpräsident Nuri al-Maliki bei der Stimmenauszählung in den grössten Städten vorn. In der Hauptstadt Bagdad folgt die ebenfalls schiitisch dominierte Irakische Nationalallianz an zweiter Stelle.
Nach Angaben der Wahlkommission vom Wochenende führt Malikis Bündnis auch in der von der Ölindustrie geprägten Stadt Basra und kommt auf 219'657 Stimmen. Auf die Nationalallianz, die enge Kontakte zum Iran pflegt, entfallen in der südlichen Stadt 121'497 Stimmen.
Auf Platz drei rangiert in beiden Städten die überkonfessionelle und säkulare Liste von Ex-Regierungschef Ijad Allawi. In den drei sunnitischen Provinzen Salaheddin, Dijala und Niniwe im Norden von Bagdad lag das Bündnis Allawis vorn.
Ein Wahlerfolg in Bagdad gilt als vorentscheidend für das landesweite Abschneiden einer Partei. Die Hauptstadt entsendet 68 Abgeordnete in das 325 Mitglieder zählende Parlament. Allerdings sind dort erst 18 Prozent der Stimmen ausgezählt.
Das amtliche Endergebnis der Parlamentswahl vom vorigen Sonntag lässt damit weiter auf sich warten. Bis zu seiner Verkündung können Wochen vergehen. Allawis Partei hat sich über Wahlfälschungen zu Gunsten von Maliki beklagt. Es wird zudem mit einer langwierigen Regierungsbildung gerechnet.
Gespräche über Regierungsbildung
Ungeachtet dessen nahmen die Parteien im Irak am Wochenende erste Gespräche über eine mögliche Regierungsbildung auf. Malikis Bündnis habe eine fünfköpfige Verhandlungsgruppe für die Gespräche mit anderen Parteien gebildet, sagte der Abgeordnete Abbas el Bajati am Samstag in Bagdad.
Die Maliki-Vertreter hätten sich mit Politikern von vier Parteien getroffen, die bei der Abstimmung am 7. März gut abgeschnitten hätten. Drei von ihnen seien auch mit einer erneuten Kandidatur Malikis für das Amt des Ministerpräsidenten einverstanden.
Bereits am Freitag hatte in Erbil ein Treffen von Adel Abdel Mehdi, dem Vizepräsidenten und Kandidaten der Nationalallianz, mit dem Präsidenten der autonomen Kurdenregion, Massud Barsani und dem ebenfalls kurdischen irakischen Präsidenten Dschalal Talabani stattgefunden, wie Barsanis Kabinettschef mitteilte. (vin/sda/)
Erstellt: 14.03.2010, 18:04 Uhr




