Ausland
Iran: ARD berichtet von 15 Toten und 200 Festnahmen
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Das Teheraner ARD-Studio berichtete unter Berufung auf Oppositionskreise von 15 Toten. Nach den Angaben sind mehr als 200 Demonstranten festgenommen worden. Darunter ist nach Informationen aus seinem Büro auch der ehemalige Stellvertreter des früheren Präsidenten Mohammed Khatami, Mohammed Ali Abtahi. Er ist Mitglied der Anti-Ahmadinejad-Bewegung.
Übergriffe gab es auch gegen Studenten, die in ihren Wohnheimen festgenommen wurden. Parlamentspräsident Ali Laridschani kritisierte daraufhin offen das Innenministerium: «Es macht definitiv keinen Sinn, am frühen Morgen Studentenwohnheime anzugreifen», sagte er. Berichten zufolge weiteten sich die Demonstrationen inzwischen von der Hauptstadt auf die Städte Matschhad, Isfahan und Schiras aus.
Ahmadinejad in Russland
Unterdessen zogen auch die Anhänger Ahmadinejads durch die Strassen Teherans. Sie trugen Plakate ihres Idols sowie des geistlichen Oberhauptes, Ayatollah Ali Khamenei. «Wir sind unserem Führer treu ergeben», skandierte die Menge. «Wir sind bereit, Märtyrer zu werden.»
Präsident Ahmadinejad demonstrierte unterdessen beim Treffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) im russischen Jekaterinburg politischen Alltag. Die Proteste erwähnte er in keinem Wort.
Neuauszählung angeordnet
Der Wächterrat - das für die Präsidentschaftswahl zuständige Gremium - erklärte sich aber bereit, einen Teil der Stimmen neu auszuzählen. Stimmen aus denjenigen Wahlurnen, die «Gegenstand von Einwänden» seien, würden geprüft, sagte der Sprecher des Rats der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Ayatollah Ali Khamenei hatte eine Prüfung der Ergebnisse auf Forderung Moussavis angeordnet.
Die tschechische EU-Ratspräsidentschaft hatte sich über die «angeblichen Unregelmässigkeiten» bei den Wahlergebnissen «besorgt» gezeigt. Darauf hin bestellten die iranischen Behörden einen Diplomaten der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft in das Aussenministerium in Teheran ein.
Berichtsverbot
Ausländische Medien durften nicht von den Demonstration berichten. Verboten wurden auch alle Berichte in Bild und Text über Versammlungen, die nicht auf der offiziellen Veranstaltungsliste des Kulturministeriums verzeichnet waren.
Die für den Iran beispiellose Anordnung bedeutete, dass ausländische Journalisten im Prinzip nicht mehr ausserhalb ihrer Redaktionen arbeiten konnten. In Regierungskreisen wurde die Anordnung als Massnahme zum Schutz der Korrespondenten dargestellt. Die Schweiz mahnte in einer Stellungnahme vom Dienstagnachmittag zur Notwendigkeit der Pressefreiheit und mahnte die iranischen Behörden zur Mässigung bei den Kontrollen der Kundegebungen. (cpm/sda)
Erstellt: 16.06.2009, 19:08 Uhr
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