Ausland
Iran: Ayatollah schlägt sich auf die Seite der Demonstranten
Kritiker der iranischen Regierung: Grossayatollah Montazeri.
Gewalt gegen die eigene Bevölkerung: Zusammengeschlagener Demonstrant in Teheran. (Bild: Reuters)
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Der geistliche Führer aller Schiiten, der Grossayatollah Hossein Ali Montazeri, hat die iranische Führung davor gewarnt, friedliche Proteste gegen die umstrittene Präsidentschaftswahl weiter zu unterdrücken.
«Wenn die Iraner nicht auf friedlichen Versammlungen über ihre legitimen Rechte diskutieren können und stattdessen unterdrückt werden, entwickelt sich eine Lage, in der die Grundfesten der Regierung erschüttert werden könnten, egal wie machtvoll sie sind», erklärte Montazeri am Donnerstag in einer Erklärung, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag.
Unabhängiges Gremium
Montazeri gilt als Kritiker des ultrakonservativen geistlichen Führers des Landes, Ayatollah Ali Khamenei. Er rief die iranische Führung auf, ein «unabhängiges» Gremium mit umfassenden Befugnissen einzusetzen, das eine Lösung aus der politischen Krise finden soll.
Seine Empfehlung an die Bevölkerung sei, «ihre folgerichtigen und angemessenen Forderungen in absoluter Friedlichkeit» zu verfolgen. Seit Tagen gehen die iranischen Sicherheitskräfte mit grosser Härte gegen die Demonstranten vor. Am Mittwoch wurden alle Versuche, dennoch zu demonstrieren, im Keim erstickt.
Montazeri galt lange als Nachfolger von Revolutionsführer Ayatollah Khomeini. Er zerstritt sich jedoch mit dem Republikgründer und verbrachte lange Jahre unter Hausarrest.
Auch die Parlamentarier verweigern sich
Derweil meldet die britische BBC, dass sich 105 der insgesamt 290 iranischen Parlamentarier Ahmadinejad verweigern. Das gesamte Parlament war am letzten Mittwoch eingeladen, um mit dem angeblich Wiedergewählten zu feiern – noch 105 Politiker tauchten nicht auf, wie die BBC meldet. Das sei ein weiteres Zeichen für die tiefe Spaltung in der iranischen Elite, so der Korrespondent des britischen Senders.
Auf seiner Webseite berichtet ausserdem Mir Hossein Moussavi, 70 iranische Professoren seien verhaftet worden, nachdem sie sich den Protesten angeschlossen hätten. Diese Information ist weder von offizieller Seite noch von internationalen Agenturen bestätigt worden. (oku/sda)
Erstellt: 25.06.2009, 11:43 Uhr












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