Iran: Regime verschleppt Verletzte aus den Spitälern
Artikel zum Thema
Die Menschenrechtsorganisation bezieht sich dabei auf die Berichte von Iranern, die das Land in den letzten Tagen verlassen haben. Die Milizen hätten den Ärzten in den Spitälern verboten, die Identität von verletzten Demonstranten zu registrieren. Sie sollten ausserdem nicht nachfragen, woher die Verletzungen stammten, wie Banafsheh Akhlaghi, einer der Direktoren von Amnesty International, gegenüber CNN sagte. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Akten über die Demonstranten angelegt werden.
Die Milizen würden ausserdem die Demonstranten aus den Spitälern abholen, sobald es ihnen besser gehe. Sie bringen sie laut Akhlaghi an einen geheimen Ort.
«Man landet am Schluss woanders»
Die Aussagen von Amnesty International deckten sich mit denjenigen von anderen, individuellen Informanten, wie der amerikanische Fernsehsender heute schreibt. «Wenn man ins Spital kommt, landet man am Schluss woanders», zitiert CNN eine Amerikanerin iranischer Abstammung, die sich bei den Demonstrationen letzte Woche in Teheran am Knöchel verletzte. Die Frau habe sich darum privat zu Hause behandeln lassen.
Augenzeugen aus dem Iran berichten, die Demonstrationen in den Strassen von Teheran hätten mittlerweile abgenommen. Eine grosse Zahl von Menschen steige jedoch nachts auf die Dächer der Stadt, um von dort den Ruf «Allahu Akbar» (Gott ist gross) erschallen zu lassen – den an die Revolution von 1979 angelehnten Protestruf der Demonstranten.
Die Demonstranten verschwinden
Laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch würden sich darum auch die Basiji mittlerweile vor allem darauf konzentrieren, «brutale nächtliche Razzien» in den Häusern durchzuführen. Die Organisation meldet ebenfalls, dass mehrere Demonstranten sowie Professoren inzwischen verschwunden seien.
Die Auseinandersetzungen um das Ergebnis der Präsidentenwahlen haben mittlerweile die offizielle Ebene erfasst: Unter den verschiedenen islamischen Rechtsgelehrten, den Ayatollahs, tobt ein Streit darüber, wie mit der Unzufriedenheit des Volkes umzugehen sei. So warnte der geistliche Führer aller Schiiten, Grossayatollah Hossein Ali Montazeri die iranische Führung davor, friedliche Proteste weiter zu unterdrücken. Nur wenige Tage später forderte Ayatollah Ahmad Khatami, ein hoher Geistlicher und Mitglied des Expertenrats, die Todesstrafe für Demonstranten. (bazonline.ch/Newsnetz)
Erstellt: 28.06.2009, 13:45 Uhr
Wetter:











24 Stunden in Bildern

