Ausland

Iranische Kriegsschiffe fahren durch den Suez-Kanal

Aktualisiert am 23.02.2011 21 Kommentare

Iranische Kriegsschiffe haben erstmals seit Jahren den Suezkanal in Richtung Mittelmeer passiert. Die ägyptischen Behörden erlaubten zwei iranischen Kriegsschiffen die Durchfahrt.

Der Iran zeigt seine militärische Stärke: Der erste iranische Zerstörer bei einer Übung im Jahr 2010.

Der Iran zeigt seine militärische Stärke: Der erste iranische Zerstörer bei einer Übung im Jahr 2010.
Bild: AFP

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Die Schiffe nahmen danach Kurs auf Syrien. Es war das erste Mal seit der Islamischen Revolution im Iran 1979, dass iranische Kriegsschiffe durch den Kanal gefahren sind. Zuvor hatte Ägypten den Iranern die Durchfahrt mehrfach verweigert. Unter Präsident Hosni Mubarak waren die Beziehungen zwischen Ägypten und dem Iran jahrelang sehr schlecht.

In Israel löste die neue Entwicklung Sorge aus. Der stellvertretende israelische Ministerpräsident Silvan Schalom sprach von einer «Provokation». Ziel des Irans sei es, «den Führern der arabischen Welt zu zeigen, wer der neue Herrscher in Nahost ist.» Die Passage der iranischen Schiffe sei «Teil eines umfassenden Kampfes, den der Iran um die Führung und Kontrolle im Nahen Osten führt», sagte Schalom.

«Iran will seinen Einfluss ausweiten»

Schon die Ankündigung der Passage hatte in Israel für Unruhe gesorgt. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sieht darin einen «Versuch des Irans, seinen Einfluss in der Region auszuweiten». Der Iran beliefert die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon mit Waffen.

Israel fühlt sich von dem Iran und seinem iranischen Atomprogramm existenziell bedroht, vor allem angesichts der häufigen israelfeindlichen Äusserungen des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad. Teheran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Nuklearenergie an Atomwaffen zu arbeiten.

«Keine Änderung der ägyptischen Aussenpolitik»

Ein Sprecher des ägyptischen Aussenministeriums hatte am Montag in einem Interview mit der Nachrichten-Website «youm7» erklärt, die Erlaubnis zur Durchfahrt bedeute keine Änderung der ägyptischen Aussenpolitik. Ägypten dürfe gemäss der Konvention von Konstantinopel aus dem Jahr 1888 nur die Durchfahrt von Schiffen verhindern, mit denen sich Ägypten im Kriegszustand befinde. (pbe/sda)

Erstellt: 22.02.2011, 14:44 Uhr

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21 Kommentare

Hanspeter Moesch

22.02.2011, 10:11 Uhr
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Der Suez-Kanal ist eine freie, internationale Wasserstrasse - für ALLE! Wenn die USA im Verbund mit Süd-Korea kriegsähnliche Armee- und Schiessübungen vor der Küste Nord-Koreas abhalten, so darf auch ein iranisches Kriegsschiff den Suez-Kanal frei passieren. Was dem einen recht, ist dem anderen billig. Antworten


Kpt Fips

22.02.2011, 11:28 Uhr
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Sehr interessante Taktik. Wenn Israel die iranischen Atomanlagen irgend wann angreifen sollte, dann muß es auch die beiden Kriegsschiffe ausschalten. Ob das gelingt bevor diese alles abfeuern was sie haben? Jedenfalls viel Stress für Israel und ein Selbstmordkommando für die iranischen Seeleute, aber wie soll sich David gegen Goliath anders behaupten? Gegen die US-Armada vor ihren Stränden? Antworten



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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.