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Irans Polizei knüppelt Demonstranten nieder

Eine Kundgebung zu Ehren des verstorbenen Grossayatollahs Ali Montaseri ist in Isfahan mit Gewalt verhindert worden. Dutzende Personen sollen festgenommen worden sein.

An solche Bilder aus dem Iran hat man sich gewöhnt: Sicherheitskräfte gehen mit Gewalt gegen Demonstrierende vor - diese Szene stammt von einer Kundgebung im Juni.

An solche Bilder aus dem Iran hat man sich gewöhnt: Sicherheitskräfte gehen mit Gewalt gegen Demonstrierende vor - diese Szene stammt von einer Kundgebung im Juni.
Bild: Keystone

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Isfahan

Zehntausende Menschen versuchten nach Berichten von Augenzeugen zu der Kundgebung in der grössten Moschee der Stadt Isfahan zu gelangen. Polizisten und Milizionäre hatten das Gebäude jedoch seit dem Morgen abgeriegelt und liessen niemanden hinein, wie Farid Salawati, der an der Kundgebung teilnehmen wollte, der Nachrichtenagentur AP sagte. Polizisten gingen laut Salawati mit Schlagstöcken gegen die Menschen vor und schlugen auf deren Köpfe und Schultern. Dutzende seien dabei verletzt worden, darunter auch Frauen. Zu der geplanten Gedenkkundgebung sei es nicht gekommen, sagte Salawati. Rund 50 Personen seien festgenommen worden, darunter auch ein der Opposition nahe stehender Geistlicher, meldeten die Internetdienste Salaamnews und Parlemannews.

Parlemannews zufolge schlugen Bassidsch-Milizionäre auf Trauernde ein und setzten Tränengas und Pfefferspray ein. Eine unabhängige Bestätigung für diese Berichte war nicht zu erhalten. In Gedenken an den am Sonntag verstorbenen Montaseri hat es im Iran in der vergangenen Tagen zahlreiche Trauerkundgebungen gegeben. Montaseri stand der Opposition nahe.

Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi, der an der Beisetzung Montaseris teilgenommen hatte, wurde danach von seinem Posten als Präsident der renommierten iranischen Kunstakademie abgelöst. Das staatliche Fernsehen meldete die Ablösung Mussawis am Dienstag auf der Website des Senders. Es hiess, Staatschef Mahmud Ahmadinejad habe einen neuen Leiter der Akademie berufen. Moussavi war einer der Gegenkandidaten Ahmadinejads bei der umstrittenen Präsidentenwahl im Juni.

Behörden dementieren

Ein Vertreter der Provinzregierung von Isfahan wies die Berichte über Zusammenstösse mit den Sicherheitskräften als falsch zurück. Vielmehr hätten iranische Bürger eine kleine Gruppe von Demonstranten auseinandergetrieben, zitierte die amtliche Agentur Irna Vize-Gouverneur Mohammad Mehid Esmaili.

Er bezichtigte ausländische Medien, mit ihren Veröffentlichungen einen «Psychokrieg» gegen den Klerus zu führen. Auch Berichte über Festnahmen von Demonstranten in Isfahan entbehrten jeder Grundlage. Offizielle Medien berichteten dagegen von einer Demonstration von Regierungsanhängern, die in Ghom gegen die angebliche Entweihung heiliger Stätten bei der Beerdigung Montaseris protestierten.

Eine unabhängige Überprüfung der Berichte war nicht möglich. Ausländische Journalisten dürfen nicht direkt über Proteste der Reformbewegung berichten, die der Regierung die Fälschung der Präsidentenwahl vom 12. Juni vorwirft.

Junge Französin vor Gericht angehört

Eine während der Unruhen nach der Präsidentenwahl im Iran verhaftete Französin ist am Mittwoch zum dritten Mal seit August vor Gericht angehört worden. Das französische Aussenministerium teilte mit, die 24-jährige Clotilde Reiss sei von ihrem Anwalt, dem französischen Botschafter und einem weiteren Diplomaten begleitet worden. Reiss wird der Spionage beschuldigt.

Details über die Anhörung nannte das Pariser Aussenministerium nicht. Reiss sei vom Richter informiert worden, dass sie bald wieder vorgeladen werde, hiess es lediglich.

Reiss war in den Iran gekommen, um für fünf Monate an der Universität Isfahan zu arbeiten. Im Juli wurde sie verhaftet. Nach anderthalb Monaten kam sie gegen Kaution und die Auflage frei, dass sie sich in der französischen Botschaft bis zum Ende ihres Prozesses aufhält. Reiss ist eine von mehr als hundert Personen, die sich seit Mitte August wegen der Unruhen vor Gericht verantworten müssen. (vin/ap/sda/)

Erstellt: 23.12.2009, 21:10 Uhr

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