Israel fürchtet Hamas-Raketen auf Atomreaktor
Mögliches Angriffsziel der Hamas: Das AKW in Dimona.
Die Atomanlage (hier auf einem Satellitenbild) liegt etwas ausserhalb von Dimona. (Bild: Google Earth)
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Dimona

Trotz Protesten in der islamischen Welt hat Israel am Freitag seine Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen fortgesetzt. Die radikal-islamische Hamas ihrerseits schwor Rache für den am Vortag getöteten Anführer Nisar Rian. Seine Organisation werde weder zerbrechen noch die weisse Fahne hissen, sagte Hamas Sprecher Ismail Radwan. Dabei drohte er mit weiteren Angriffen auf Israel.
In Israel wächst die Sorge, dass Raketen der Hamas bald auch Tel Aviv erreichen könnten. Israels Regierung befürchtet auch, dass es die Hamas besonders auf eine Atomanlage im südöstlichen Dimona abgesehen hat. Bislang ging sie davon aus, dass die Raketen aus dem Gaza-Streifen der Stadt Dimona nicht gefährlich werden können. Allerdings habe die Hamas nach jüngsten Informationen dutzende Geschosse aus dem Iran gekauft, die eine längere Reichweite hätten, schreibt die britische «Times». In Dimona steht nicht nur Israels einziges Atomkraftwerk. Es wird vermutet, dass die israelische Armee dort Nuklearsprengköpfe lagert.
Seit dem von der Hamas aufgekündigten Waffenstillstand schlagen immer wieder Raketen auf israelischem Gebiet ein. Zuletzt schlugen Raketen in Beerscheba ein, einer Wüsten-Stadt im Süden Israels, 40 Kilometer von Gaza entfernt. Tel Aviv ist etwa 67 Kilometer von der Grenze zu Gazastreifen entfernt. Mit den neuen Raketen können die Hamas vermutlich auch Tel Aviv unter Beschuss nehmen.
Mindestens 430 Tote und 2200 Verletzte
Israelische Kampfflugzeuge griffen am Freitag nach Angaben eines Armeesprechers mehr als 30 Ziele im Gazastreifen an. Die israelische Luftwaffe hat nach Armeeangaben seit einer Woche mehr als 700 Einsätze geflogen. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben bislang mindestens 430 Menschen getötet. Wie die Gesundheitsbehörde in Gaza weiter mitteilte, wurden mindestens 2200 weitere verletzt. 380 von ihnen schwebten in Lebensgefahr.
Israel will mit seinem Militäreinsatz einen Stopp des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen erreichen. Die militanten Palästinenser wollen Israel mit dem Raketenbeschuss zwingen, die Blockade des Gazastreifens aufzuheben. (vin)
Erstellt: 02.01.2009, 23:14 Uhr
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