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Uno stoppt Hilfslieferungen nach Gaza

Aktualisiert am 08.01.2009

Weil Israel heute Morgen einen Lastwagen mit Hilfsgütern beschossen hat, stoppt die Uno sofort sämtliche Aktivitäten im Gazastreifen.

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Die israelischen Truppen beginnen mit dem Abzug aus Gaza.
Bild: Keystone

   

Das bestätigte ein UNRWA-Sprecher in Gaza. Die Uno reagierte damit auf einen israelischen Angriff auf einen UNRWA-Konvoi, bei dem zwei Helfer getötet wurden.

Ein Lastwagen mit Hilfsgütern für die Menschen im Gazastreifen ist heute Morgen offenbar von Israels Armee attackiert worden. Dabei sei der Fahrer getötet worden, teilte die Uno mit. Der Zwischenfall habe sich während der dreistündigen Waffenruhe ereignet, die Israel zur Versorgung der Bewohner des Gebiets mit Nahrung und Wasser eingeräumt hat, erklärte Uno-Sprecher Adnan Abu Hasna am Donnerstag. Die Uno hätten die Hilfslieferung mit Israel koordiniert, und das Fahrzeug sei mit einer Uno-Flagge und -Abzeichen gekennzeichnet gewesen. Die israelischen Streitkräfte erklärten, der Vorfall im nördlichen Gazastreifen werde untersucht.

Atempause für Menschen im Gazastreifen

Israel hat den Menschen im Gazastreifen den zweiten Tag in Folge eine Atempause gewährt. Die Streitkräfte setzten ihre Angriffe für drei Stunden aus, damit die Bewohner mit Nahrung, Wasser und Lebensmitteln versorgt werden konnten.

Zur gleichen Zeit standen die Voraussetzungen eines dauerhaften Waffenstillstands im Mittelpunkt getrennter Gespräche der Konfliktparteien mit der ägyptischen Regierung. Israel schickte die beiden Gesandten Amos Gilad und Schalom Turjeman nach Kairo. Nach Angaben ägyptischer Diplomaten soll es auch Gespräche mit Vertretern der Hamas und der palästinensischen Autonomiebehörde geben. Bei Beratungen im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zeichnete sich weiter kein Konsens für eine Resolution ab.

Gefechte mit Hamas-Kämpfern im südlichen Gazastreifen

Die israelische Luftwaffe setzte am Donnerstag den 13. Tag in Folge ihre Angriffe fort. Schwerpunkte waren Ziele der Hamas in der Stadt Gaza und im Nordosten des Küstenstreifens, nachdem am Vorabend vor allem vermutete Tunnelanlagen an der Grenze zu Ägypten bombardiert worden waren. Mindestens zehn Menschen kamen nach palästinensischen Angaben ums Leben, unter ihnen auch zwei Frauen und ein älterer Mann, die aus ihren Häusern fliehen wollten. Im Südwesten des Gazastreifens kam es auch zu direkten Gefechten israelischer Bodentruppen mit Hamas-Kämpfern. Bei der Explosion einer Panzerabwehrrakete wurde ein Offizier der israelischen Infanterie getötet. Damit stieg die Zahl der israelischen Todesopfer auf elf. Auf Seiten der Palästinenser verloren mindestens 699 Menschen ihr Leben.

Die israelische Offensive hat die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen zwar deutlich vermindert, aber noch nicht endgültig gestoppt. Auch am Donnerstag wurden wieder mehrere Geschosse auf Israel abgefeuert. Dabei wurden in der Stadt Aschkelon nach Polizeiangaben eine Schule und ein Sportzentrum beschädigt. (vin/ap)

Erstellt: 08.01.2009, 16:08 Uhr

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