Ausland

Jemen will Kampf gegen al-Qaida alleine führen

Aktualisiert am 04.01.2010

Die Regierung Jemens will im Kampf gegen al-Qaida-Terroristen keine ausländische Intervention dulden. Man sei nur an technischer Unterstützung interessiert, hiess es aus der Hauptstadt Sanaa.

Sollen alleine gegen die Terroristen vorgehen: Jemenitisches Militär.

Sollen alleine gegen die Terroristen vorgehen: Jemenitisches Militär.
Bild: Keystone

Die Anti-Terror-Polizei tötete nach offiziellen Angaben unterdessen zwei Verdächtige. Beobachter im Jemen bezweifelten allerdings, dass die beiden jungen Männer, die am Montag während der Anti-Terror-Razzia im Bezirk Arhab nahe der Hauptstadt getötet wurden, dem Netzwerk von Al- Kaida angehörten. «Sie wollten Mohammed Mohammed al-Hanek erwischen, doch er konnte ihnen entkommen», sagte ein Angehöriger seines Stammes. Unter den Getöteten sei ein 17 Jahre alter Sohn des Gesuchten.

Washington machte unterdessen klar, die USA wollten keine neue Front im Jemen eröffnen. Der Terrorismusexperte des US-Ministeriums für Innere Sicherheit, John Brennan, sagte am Sonntag dem Fernsehsender Fox News, es gebe keine Pläne, amerikanische Soldaten dorthin zu schicken.

Jemenitische Beobachter erklärten, die Regierung poche auf ihre Souveränität. Sie werde auf ihrem Staatsgebiet keine Einsätze ausländischer Geheimdienste oder Soldaten tolerieren.

Weitere Botschaften schliessen

Die Botschaften der USA und Grossbritanniens waren bereits am Sonntag geschlossen worden. Am Montag empfingen auch die Botschaften von Frankreich, Spanien und Japan keine Besucher mehr. Die deutsche Botschaft hingegen blieb geöffnet; es seien unmittelbar keine Bedrohungen eingegangen, hiess es.

Die Schweiz unterhält im Jemen nur ein Konsulat mit einem Honorarkonsul. Dieses bleibe geöffnet, hiess es in Bern. Allerdings sei der Schutz des Gebäudes, in dem sich das Konsulat befinde erhöht worden, sagte Aussenministeriumssprecher Eric Reumann am Montagabend. Die US-Botschaft hatte die Schliessung mit Drohungen von Al-Kaida-Terroristen gegen amerikanische Einrichtungen begründet.

Nach dem vereitelten Flugzeug-Attentat von Detroit, das im Jemen geplant worden war, ist das südarabische Land verstärkt im Visier westlicher Geheimdienste. Experten warnen bereits seit Jahren davor, dass Al-Kaida-Terroristen die von der Regierung nur zum Teil kontrollierten Stammesgebiete des Jemen als neue Basis zur Planung von Terroranschlägen nutzen.

Die «New York Times» berichtete unter Berufung auf Militär- und Geheimdienstkreise, dass es bereits seit drei Wochen den Verdacht auf ein geplantes Attentat gebe. Alles habe darauf hingedeutet, dass vier Selbstmord-Attentäter nach Sanaa gekommen seien, um dort westliche Ziele anzugreifen.

Obama trifft sich mit Geheimdienst-Chefs

An diesem Dienstag wird US-Präsident Barack Obama im Weissen Haus mit den obersten Chefs der zuständigen Geheimdienste über Konsequenzen des knapp vereitelten Anschlags auf die amerikanische Passagiermaschine am 25. Dezember beraten. Obama sagte, dass er für Donnerstag erste Ergebnisse der von ihm angeforderten Untersuchungen über Sicherheitspannen erwarte.

Der somalische Verteidigungsminister Sheik Yusuf Mohamed Siad Indha Adde warf unterdessen jemenitischen Extremisten vor, der fundamentalistisch-islamischen Shabaab-Miliz Waffen zu liefern.

Die Shabaab-Miliz, die von den USA als Terrororganisation mit Al- Kaida-Verbindungen eingestuft wird, kontrolliert Kismayo und weite Teile Südsomalias. Die Miliz hatte vor wenigen Tagen angekündigt, Kämpfer in den Jemen zu schicken und ihren Verbündeten von Al-Kaida zu helfen, «die Feinde Allahs zu bekämpfen» (sam/sda)

Erstellt: 04.01.2010, 17:32 Uhr

Ausland

Populär auf Facebook Privatsphäre

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate


Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!