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Khamenei: «Es gibt einen klaren Wahlsieger»

Heute Morgen sprach der religiöse Führer des Iran vor Hunderttausenden in Teheran. Er macht keinerlei Zugeständnisse an die Opposition – und hetzt gegen den «arroganten Westen».

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«Arrogante Führer und Medien des Westens»: Ayatollah Khamanei gibt den «Feinden des Iran» die Schuld an der Eskalation der Proteste im Land.

   

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Quelle: Reuters.

Die Botschaft des Ayatollah nach den Massenprotesten der letzten Tage ist deutlich: «Es gibt einen klaren Wahlsieger», sagte der religiöse Führer an der Universität von Teheran. Es habe bei den Präsidentenwahlen keinen Betrug gegeben. Das Wahlsystem im Land lasse Betrug gar nicht zu, und alle am Prozess Beteiligten würden das respektieren.

Für die Demonstranten hätte er zwar Verständnis, so Khamenei. Doch jetzt müssten die Unruhen aufhören: «Wenn jedes Mal nach einer Wahl die Verlierer auf die Strasse gehen – wozu sollte man dann Wahlen abhalten?» Der Ayatollah drohte den Menschen, die durch die Strassen ziehen: Sie würden für das Chaos zur Verantwortung gezogen.

«Die Menschen glauben an das islamische Establishment»

Den grössten Teil seiner Rede verbrachte Khamenei damit, die Unversehrtheit und Legimität der Islamischen Republik zu betonen. Keiner der Kandidaten der Präsidentenwahlen stehe ausserhalb des islamischen Establishment, alle seien Teil davon – selbst wenn natürlich nicht alle gleicher Meinung seien. Wenn es dargestellt werde, als ob einer das System repräsentiere und ein anderer nicht, dann sei das falsch. Der Iran habe eben seinen eigenen Weg gefunden: Einen dritten Weg zwischen religiöser Diktatur und wertfreien westlichen Demokratien. «Dies ist der Beweis, dass es religiöse Demokratie gibt.»

Er wolle die Bedeutung der Wahlen nicht übertreiben, so der religiöse Führer. Aber die zehnte Präsidentenwahl sei wirklich eine «grosse Demonstration des Verantwortungsbewusstseins und der Teilnahme des iranischen Volkes» gewesen. Sie hätte die Solidarität der Menschen mit dem etablierten System gezeigt. Es habe noch nie eine solch immense Wahlbeteiligung gewesen. «Die Menschen glauben an das islamische Establishment.»

«Arrogante Führer und Medien des Westens»

Die Schuld für die gegenwärtigen Unruhen findet Khamenei vor allem bei «den arroganten Führern und den Medien des Westens». Sie seien es, die behaupten, das iranische System sei geschwächt. Sie hätten nie erwartet, dass so viele Menschen im Iran an den Wahlen teilnehmen, dass so viele ihre Solidarität mit dem islamischen Establishment demonstrieren. Also hätten sie sich eine neue Strategie gesucht: Als erste, leichte Unruhen begannen, hätten sie sofort die Chance genutzt und seien auf die Welle aufgesprungen.

Mithilfe ihrer Medien und ihrer Spione säten die «Mächte des Westens» Unruhe. Sie behaupteten, dass die Iraner nicht mehr an ihre Islamische Republik, an ihre grosse Nation glaubten. Besondere Worte fand Khamenei für die USA: «Ihr behauptet, unsere Nation sei am Ende? Wer vergiesst Blut in Afghanistan, wer missachtet die Menschenrechte?» Die gehorsamen Zuhörer unterstützten den Ayatollah laut: «Tod den USA», riefen sie.

Religiöse Mahnung zu Anfang

Auch die Botschaft der religiösen Botschaft zu Anfang der Rede war deutlich: Wer sich demütig verhält, sich an Gott wendet, wird Friede finden – und mit anderen Worten auf Unruhen verzichten. «Wendet euch an Gott, und er wird euer Herz mit Frieden füllen.» Niemals sollten Unruhen, wie sie in jedem Land vorkommen, den Menschen von Gott «und dem rechten Pfad» entfernen.

Die Revolution habe die Spiritualität in dieses Land gebracht, es gelte sie gegen materialistische und oberflächliche Werte zu verteidigen. «Unsere Jugend ist zu einem grossen Teil spirituell, die Menschen glauben – selbst jene, die von Aussen nicht nach Gläubigen aussehen.»

Ahmadinejad war anwesend

Unter den Zuhörern sassen tausende ausgesuchte gläubige Männer, unter anderem auch der angeblich wiedergewählte Präsident Mahmoud Ahmadinejad sowie die Vertreter der verschiedenen religiösen Gremien im Iran. Sie jubelten ihrem Führer zu. Ahmadinejad wirkte auf Fernsehbildern von Al Jazeera unruhig und unsicher.

Es war mit Spannung erwartet worden, in welcher Form Khamenei zu den Protesten Stellung nehmen würde. Bei den Anhängern des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Mir-Hossein Moussavi verhallten bisher die Rufe Khameneis, sich einig hinter Amtsinhaber Mahmud Ahmadinejad zu stellen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.06.2009, 13:58 Uhr

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12 Kommentare

Paul Thürig

19.06.2009, 17:56 Uhr
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Grosse Teile des Iranischen Volkes verlangen Neuwahlen! Und dieses Begehren kann man nach den Wahlfälschungen nur unterstützen! Was haben denn die sogenannten"geistlichen" Führer des Irans zu verbergen? Fürchten diese starrsinnigen Gestalten i h r baldiges Ende? Freiheit für Iran! Antworten


Mari Wunderli

19.06.2009, 17:36 Uhr
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Hr Huber, der Ayatullah gibt dem Westen an allem Schuld- und Sie sind naive genug das zu glauben? Wir reden auch nicht von Musterknaben Iraner- dies hier ist ein fanatischer Extremist der im Namen der Religion und Gottes zum Mord aufruft- diese Wahlen waren ein Hohn- und eine Beleidigung aller die an Demokratie glauben. Antworten


Kurt Aegeri

19.06.2009, 17:35 Uhr
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Religiöse Führer waren hüben wie drüben immer schon eng verbandelt mit Macht und Geld. Religion IST verlogen. Antworten


reto huber

19.06.2009, 15:37 Uhr
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Wir werden schon gesteuert mal einfach gegen den Iran zu sein. Etwas arrogant diese Haltung. Kommt ja auch aus USA. NATO Truppen stehen in Afganistan. Basierend auf einer grossen Lüge marschierte die USA im Irak ein. Immerhin direkter Nachbar von Iran. Sicher keine Musterknaben die Iraner aber da sind die Saudis viel schlimmer und die lässt man ja schön in Ruhe. Sind ja auch dicke Freunde der USA Antworten


Hani Nahvi

19.06.2009, 14:17 Uhr
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Das iranische Volk würde sich nach so einer Rede wieder zuhause hinsetzen und schweigen, WENN es keine Opfer gegeben hätte.(Wie die letzten Jahre/Wahlen)Das iranische Volk ist nicht mehr zuberuhigen.Es werden weiterhin 100tausende von Demonstranten kämpfen. Denn ihr Motto wird sein : Lieber sterbe ich, also so einen Unsinn zu akzeptieren. Antworten


Josef Hofstetter

19.06.2009, 14:10 Uhr
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Wer hat Ahmadinejad mit allen Ehren empfangen? Es war durch die russiche Regierung, welche sich ja auch auf Wahlfälschungen spezialisiert hat, d.h. und es werden zusätzlich nicht genehme Leute weggesperrt. Antworten


Alois Leimgruber

19.06.2009, 13:55 Uhr
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Und das soll ein religiöser Führer sein ? Mit seinem Verhalten zeigt sich Khamenei nicht demütig und wie kann dieser Anführer von Frieden in Gott reden ? Antworten


Christoph Geiser

19.06.2009, 13:51 Uhr
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Gehversuche einer theokratischen Demokratie. Das Wahlergebnis kann eigentlich schon stimmen, sind doch die Armen im Land der Religion zugeneigter als die gebildete Mittelschicht. Dass diese Armen Ahmadineschad gewählt haben, scheint mir noch plausibel. Die verbale Reaktion allerdings lässt nichts Gutes erahnen, zu stark ist die Bewegung um Moussavi wohl geworden. Antworten


Jan van Berkel

19.06.2009, 13:13 Uhr
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Khamenei glaubt wohl selber nicht was er da sagt. Ein Beweis mehr das Religion mit Politik nichts zu Tun hat. Aus der Vergangenheit haben wir gelernt dass dies nur Unfrieden bringt, ob katholisch, reformiert, jüdisch oder islamisch. Sein Verhalten kann man wahrlich nicht demütig nennen und noch weniger den Frieden finden in Gott. Ich sage nur: Gott ist gut aber das Bodenpersonal ist untauglich. Antworten


dani kay

19.06.2009, 13:08 Uhr
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Hätte Khamenei religiöse und politische Grösse, in Form einer Persönlichkeit mit Charisma, Selbstwert und selbstkritischer Haltung, würde er seine Kritiker in einer offenen Kommunikation begegnen und Ihnen durch seine Grösse eines Besseren belehren. Menschen mit wenig sozialen Kompetenzen neigen zu diktatorischem Verhalten um sich zu verwirklichen. Ich rate Ayatollah Kahmenei sich zu öffnen. Antworten


Ernst Bucher

19.06.2009, 13:05 Uhr
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Da war wohl kaum etwas anderes als eine weitere Hasspredigt gegen den Westen und eine Bestätigung des vermutlich gefälschten Wahlergebnisses zu erwarten.Um die Diktatur des Hassregimes in Iran zu rechtfertigen braucht man natürlich die Aufrechterhaltung eines Feindbildes.Ich hoffe, dass das iranische Volk dieses Regime vertreibt, ehe es, wie im 2. Weltkrieg zur Katastrophe kommt. Antworten


Ronnie König

19.06.2009, 12:36 Uhr
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Meiner Meinung nach ist das ein alter Nieselprim der um seine Macht und Zukunft fürchtet. Im Iran scheinen die Zeiten des bedingungslosen Gehorchen vorbei zu sein. Nur keiner der Armen will wieder einen Shah. Dort muss angesetzt werden. Aber dies müssen die Perser selber tun. Antworten



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