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Khamenei: «Es gibt einen klaren Wahlsieger»
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 19.06.2009 12 Kommentare
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Quelle: Reuters.
Die Botschaft des Ayatollah nach den Massenprotesten der letzten Tage ist deutlich: «Es gibt einen klaren Wahlsieger», sagte der religiöse Führer an der Universität von Teheran. Es habe bei den Präsidentenwahlen keinen Betrug gegeben. Das Wahlsystem im Land lasse Betrug gar nicht zu, und alle am Prozess Beteiligten würden das respektieren.
Für die Demonstranten hätte er zwar Verständnis, so Khamenei. Doch jetzt müssten die Unruhen aufhören: «Wenn jedes Mal nach einer Wahl die Verlierer auf die Strasse gehen – wozu sollte man dann Wahlen abhalten?» Der Ayatollah drohte den Menschen, die durch die Strassen ziehen: Sie würden für das Chaos zur Verantwortung gezogen.
«Die Menschen glauben an das islamische Establishment»
Den grössten Teil seiner Rede verbrachte Khamenei damit, die Unversehrtheit und Legimität der Islamischen Republik zu betonen. Keiner der Kandidaten der Präsidentenwahlen stehe ausserhalb des islamischen Establishment, alle seien Teil davon – selbst wenn natürlich nicht alle gleicher Meinung seien. Wenn es dargestellt werde, als ob einer das System repräsentiere und ein anderer nicht, dann sei das falsch. Der Iran habe eben seinen eigenen Weg gefunden: Einen dritten Weg zwischen religiöser Diktatur und wertfreien westlichen Demokratien. «Dies ist der Beweis, dass es religiöse Demokratie gibt.»
Er wolle die Bedeutung der Wahlen nicht übertreiben, so der religiöse Führer. Aber die zehnte Präsidentenwahl sei wirklich eine «grosse Demonstration des Verantwortungsbewusstseins und der Teilnahme des iranischen Volkes» gewesen. Sie hätte die Solidarität der Menschen mit dem etablierten System gezeigt. Es habe noch nie eine solch immense Wahlbeteiligung gewesen. «Die Menschen glauben an das islamische Establishment.»
«Arrogante Führer und Medien des Westens»
Die Schuld für die gegenwärtigen Unruhen findet Khamenei vor allem bei «den arroganten Führern und den Medien des Westens». Sie seien es, die behaupten, das iranische System sei geschwächt. Sie hätten nie erwartet, dass so viele Menschen im Iran an den Wahlen teilnehmen, dass so viele ihre Solidarität mit dem islamischen Establishment demonstrieren. Also hätten sie sich eine neue Strategie gesucht: Als erste, leichte Unruhen begannen, hätten sie sofort die Chance genutzt und seien auf die Welle aufgesprungen.
Mithilfe ihrer Medien und ihrer Spione säten die «Mächte des Westens» Unruhe. Sie behaupteten, dass die Iraner nicht mehr an ihre Islamische Republik, an ihre grosse Nation glaubten. Besondere Worte fand Khamenei für die USA: «Ihr behauptet, unsere Nation sei am Ende? Wer vergiesst Blut in Afghanistan, wer missachtet die Menschenrechte?» Die gehorsamen Zuhörer unterstützten den Ayatollah laut: «Tod den USA», riefen sie.
Religiöse Mahnung zu Anfang
Auch die Botschaft der religiösen Botschaft zu Anfang der Rede war deutlich: Wer sich demütig verhält, sich an Gott wendet, wird Friede finden – und mit anderen Worten auf Unruhen verzichten. «Wendet euch an Gott, und er wird euer Herz mit Frieden füllen.» Niemals sollten Unruhen, wie sie in jedem Land vorkommen, den Menschen von Gott «und dem rechten Pfad» entfernen.
Die Revolution habe die Spiritualität in dieses Land gebracht, es gelte sie gegen materialistische und oberflächliche Werte zu verteidigen. «Unsere Jugend ist zu einem grossen Teil spirituell, die Menschen glauben – selbst jene, die von Aussen nicht nach Gläubigen aussehen.»
Ahmadinejad war anwesend
Unter den Zuhörern sassen tausende ausgesuchte gläubige Männer, unter anderem auch der angeblich wiedergewählte Präsident Mahmoud Ahmadinejad sowie die Vertreter der verschiedenen religiösen Gremien im Iran. Sie jubelten ihrem Führer zu. Ahmadinejad wirkte auf Fernsehbildern von Al Jazeera unruhig und unsicher.
Es war mit Spannung erwartet worden, in welcher Form Khamenei zu den Protesten Stellung nehmen würde. Bei den Anhängern des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Mir-Hossein Moussavi verhallten bisher die Rufe Khameneis, sich einig hinter Amtsinhaber Mahmud Ahmadinejad zu stellen. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.06.2009, 13:58 Uhr
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12 Kommentare
Meiner Meinung nach ist das ein alter Nieselprim der um seine Macht und Zukunft fürchtet. Im Iran scheinen die Zeiten des bedingungslosen Gehorchen vorbei zu sein. Nur keiner der Armen will wieder einen Shah. Dort muss angesetzt werden. Aber dies müssen die Perser selber tun. Antworten











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