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Kopftuch-Revolution im ägyptischen TV
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Premiere im ägyptischen Staatsfernsehen: In einem cremefarbenen Kopftuch und einem dunklen Gewand präsentierte Fatma Nabil am Sonntag die 12-Uhr-Nachrichten und setzte einem von den säkularen Vorgängerregierungen des Landes verhängtem Verhüllungsverbot damit ein Ende. Bislang war Nachrichtensprecherinnen im Staatsfernsehen das Tragen eines Kopftuchs untersagt.
Nabils Auftritt würde viele andere Frauen ermutigen, die ihren Schleier tragen wollten, aber Angst hätten, deshalb ihren Job zu verlieren, sagte ein Sprecher des Senders, Mohammed Fathi. In privaten Fernsehsendern arbeiten bereits viele Frauen mit Kopftuch vor der Kamera.
TV sollte ein modernes Bild zeichnen
Das Staatsfernsehen hatte das Verbot der Verhüllung während der Präsidentschaft von Hosni Mubarak und seiner Vorgänger stets aufrechterhalten. Einige der Nachrichtensprecherinnen hatten zwar dagegen geklagt und gewonnen, waren aber dennoch nicht mit Kopftuch vor die Kamera gelassen worden. Nach Angaben des Senders war Nabils Auftritt am Sonntag der erste einer Frau mit Kopftuch seit Einführung des Verbots vor einem halben Jahrhundert.
Ein Grossteil der Frauen in Ägypten bedeckt ihr Haar. Unter den säkularen Regierungen galt die Tradition allerdings als rückständig und die Staatsführung versuchte zumindest im Fernsehen, ein moderneres und westlicheres Bild des Landes zu zeichnen.
Gegenentwurf zur Ära Mubarak
Seit dem Amtsantritt von Präsident Mohammed Mursi aus den Reihen der islamistischen Muslimbruderschaft hat sich das Blatt allerdings gewendet. Die First Lady Naglaa Mahmud beispielsweise zeigt sich in der Öffentlichkeit bis auf das Gesicht verhüllt und stellt damit einen deutlichen Gegenentwurf zur stets elegant frisierten und westlich gekleideten Suzanne Mubarak dar.
Nachrichtensprecherin Nabil war vom Staatsfernsehen entlassen worden, nachdem sie mit Kopftuch vor die Kamera getreten war. Sie arbeitete ein Jahr für einen Sender der Muslimbruderschaft, bevor sie nach Mursis Wahl wieder an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren konnte. «Nun haben die Bedingungen nichts mehr mit dem Kopftuch zu tun – einer persönlichen Entscheidung – sondern nur noch mit professioneller Eignung und Intelligenz», sagte Nabil. (fko/dapd)
Erstellt: 02.09.2012, 23:14 Uhr
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