Ausland
Krieg zwischen Iran und Israel: Wer würde gewinnen?
Artikel zum Thema
- Irans Polizei knüppelt Demonstranten nieder
- «Wer sind sie, dass sie uns ein Ultimatum setzen?»
- Iran provoziert mit neuem Raketentest
Stichworte
Das Institut für Nationale Sicherheit der Universität Tel Aviv wollte wissen, was passiert, wenn Israel einen Präventivschlag gegen die iranische Atomanlage bei Arak führen würde und was die Reaktion der anderen Länder wäre. Zu diesem Zweck haben Wissenschaftler ein geheimes Kriegsszenario entworfen und durchgespielt. Das Fazit: Der Iran würde in einem Konflikt eindeutig den Sieg erringen. Das schreibt die britische Zeitung «Times».
Im Test, der im November durchgeführt wurde, haben ehemalige Sicherheitsberater und Mitglieder der Geheimdienste die Rollen der Präsidenten der einzelnen Länder übernommen. Es zeigte sich, dass die USA den Israeli im Kriegsfall nicht beistehen würden. Barack Obama würde auf eine diplomatische Lösung setzen und eine friedliche Annäherung an Teheran suchen. Die Analysten kommen zum Schluss, dass es für Israel unmöglich wäre, mit einem Alleingang erfolgreich zu sein. Vielmehr müsse Israel der Politik der USA folgen.
«Unser Einfluss auf die Amerikaner war sehr begrenzt», sagt Giora Eiland, ein ehemaliger Sicherheitsberater, der in der Kriegssimulation die Rolle des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu spielte.
Immense Kriegskosten
Der echte Netanjahu musste bereits feststellten, dass die Beziehungen zum Weissen Haus seit dem Streit um den Baustopp von Siedlungen im Westjordanland schlechter geworden sind.
Sicherheitsexperten in Israel und den USA warnen schon lange vor den immensen finanziellen Kosten eines Konflikts zwischen Israel und dem Iran. Ausserdem könne ein Krieg das iranische Nuklearprogramm nur weiter hinauszögern, es aber nicht verhindern. US-Analysten befürchten auch, dass der Iran im Konfliktfall antiamerikanische Kräfte in der Golfregion unterstützen würde.
Aharon Zeevi-Farkash, ein Ex-Geheimdienstmitarbeiter, der im Kriegsspiel Ayatollah Ali Khamenei verkörperte, sagt: «Teheran wird sich nicht davon abhalten lassen, das Nuklearprogramm weiterzuführen, solange das Land nicht unmittelbar vom Niedergang bedroht ist.»
USA drohen Iran mit neuen Sanktionen
In der realen Welt haben die USA dem Iran vorgestern mit weiteren Sanktionen gedroht, falls Teheran sich im Atomstreit nicht bis zum Jahresende bewegt. Das Weisse Haus habe bereits vor Wochen «mit Plänen für die nächste Phase begonnen», sagte Regierungssprecher Robert Gibbs.
Weitere Strafmassnahmen würden in Kraft gesetzt, sollte die islamische Republik eine Frist für die Anreicherung von Uran im Ausland verstreichen lassen, erklärte Präsidialamtssprecher Robert Gibbs am Dienstag. Im Gegensatz zu Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad nehme die internationale Gemeinschaft das Ultimatum ernst, sagte Gibbs in Washington.
Ahmadinejad wies eine zum Jahresende ablaufende Frist erneut zurück. «Wer sind sie, dass sie uns ein Ultimatum setzen?», sagte er in einer vom Fernsehen übertragenen Rede in Schiras. Der Iran setze der Sechser-Gruppe (die fünf ständigen Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats und Deutschland) seinerseits ein Ultimatum, damit die historischen Rechte seines Landes anerkannt würden. (bru)
Erstellt: 26.12.2009, 09:10 Uhr
Ausland
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!



