Mitchell verschiebt Nahost-Reise – Granaten gegen Demonstranten

Aktualisiert am 16.03.2010

Wegen des Streits über das israelische Siedlungsprojekt in Ostjerusalem hat der US-Gesandte George Mitchell seine für Dienstag geplante Nahost-Reise verschoben.

3000 Polizisten aufgeboten: Strassenschlachten in Ostjerusalem.

Ein neuer Zeitpunkt stehe noch nicht fest, teilte die Regierung in Washington mit. In Ostjerusalem kam es unterdessen zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Palästinensern.

Die Polizei setzte Blendgranaten gegen Dutzende vermummte Palästinenser ein, die Steine warfen und Reifen in Brand setzten. Sie protestierten gegen die Umwidmung einer Synagoge. Rund 3000 Polizisten waren nach Angaben von Sprecher Micky Rosenfeld im Einsatz.

«Unverschämte» Forderungen

Die israelische Regierung will im arabischen Ostteil der Stadt 1600 neue Wohnungen bauen. Forderungen nach einem Stopp des Projekts seien «unverschämt», sagte Aussenminister Avigdor Lieberman im Rundfunk. Weder Israel noch die USA hätten aber Interesse daran, dass die Lage eskaliere.

Am Montag hatten Regierungskreise israelische Medienberichte bestätigt, wonach die amerikanisch-israelischen Beziehungen wegen des Siedlungsprojekts einen historischen Tiefpunkt erreicht hätten. (sam/ddp)

Erstellt: 16.03.2010, 10:45 Uhr

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