Ausland
Muslimische Länder geisseln Wucher im Kapitalismus
Wucher in Form von hohen Zinsen habe soziale Probleme wie Obdachlosigkeit deutlich verschärft, kritisierte der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad am Montag in Istanbul. Mehrere prominente Teilnehmer pflichteten ihm bei. «Wucher, der fest im kapitalistischen System verankert ist, ist vermutlich der Hauptgrund dafür, dass das System bankrott gegangen ist», sagte Ahmadinejad. Der somalische Präsident Sheik Sharif Sheik Ahmed prangerte eine mangelnde Transparenz der internationalen Finanzmärkte an. Dagegen basiere das islamische Wirtschaftssystem auf «einer gerechten Aufteilung von Gewinnen und Verlusten und dem Kampf gegen Wucherzinsen sowie gegen unerlaubten Handel». Letzteres bezog sich auf Alkohol, Tabak, Schweinefleisch, Glückspiele und Waffen.
Der Präsident Kirgistans, Kurmanbek Bakijew, bot an, sein Land zur regionalen Drehscheibe für ein islamisches Banksystem zu machen, in dem keine Zinsen erhoben werden dürfen. Zu den eigenen Wirtschaftsproblemen innerhalb der islamischen Welt äusserten sich die Redner nicht. An dem Treffen in Istanbul nahmen unter anderem auch die Präsidenten von Syrien und Afghanistan, Baschar al Assad und Hamid Karzai, teil. (cpm/ap)
Erstellt: 09.11.2009, 18:57 Uhr
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