«Neda» wird zur Märtyrerin des Widerstands

Ein Video aus Teheran, das im Internet kursiert, zeigt den gewaltsamen Tod einer jungen Frau. Nun ist sie ein Symbol des Aufstands.

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Verstörende Bilder: Ein kurzer Auszug aus einem gepixelten Video, das von CNN gesendet wurde (Quelle: Youtube).


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Die junge Frau und ihr Vater bei den Protesten (Quelle: CNN)

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Eine Frau, getroffen von Kugeln, sinkt zu Boden; ihr Blut auf dem Boden ist zu sehen. Umgeben von Männern, die ihr panisch helfen wollen, endet das junge Leben auf dem Asphalt in Teheran. Sie verdreht die Augen, Blut läuft über ihr Gesicht; von ihren Begleitern sind entsetzte Schreie zu hören.

Die Aufzeichnung, die wohl von einem Handy stammt, hat wie viele andere Bilder die Zensur umgangen. Der amerikanische TV-Sender CNN sendete eine gepixelte Fassung des Videos. Ein anderes Video zeigte laut den Angaben, wie sie zuvor mit einem Mann, der ihr Vater sein soll, an den friedlichen Protesten teilnahm. Laut einem Blogger-Beitrag waren es regierungstreue Milizen, die das Feuer eröffneten und die Frau, die «Neda» genannt wird, erschossen haben.

Gleichwohl ist dies nicht belegt, weil die Schützen nicht abgebildet sind oder sonstwie überführt wurden. Die Frage, wer für «Nedas» Tod verantwortlich ist, bleibt derzeit also unbeantwortet. Zur Märtyrerin und Ikone des Widerstands wurde sich dennoch erhoben: In Onlinebeiträgen zeigten sich viele Menschen im Iran und Ausland angesichts der Aufnahmen erschüttert. Zahlreiche Blogger verfluchten die Regierung als Täter. «Es brauchte nur eine Kugel, um Neda zu töten. Es braucht nur eine Neda, um die iranische Tyrannei zu stoppen», lautete beispielsweise ein Twitter-Beitrag aus Teheran. (raa)

Erstellt: 22.06.2009, 08:53 Uhr

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7 KOMMENTARE

Yves Schneider

23.06.2009, 16:33 Uhr

Das Iranische Volk wird von der Mullah Diktatur unterdrückt und misshandelt. Vor kurzem hofierte unser BR den Diktatoren und wie die Bilder zeigen Mördern und Schlächtern. Konsequent wäre wenn diese BR Stellung nehmen und ihre Fehleinschätzung eingestehen würden. Aber wo sind die tausenden von Demonstranten die gegen dieses Regime protestieren, die immer gegen das demokratische Israel demonstriern


Hans-Christian Müller

22.06.2009, 13:29 Uhr

Nicht von ungefähr nehmen die Vorgänge im Iran so breiten Raum in den westlichen Medien ein. Es bestehen hier handfeste Interessen, das System zu kippen. Der Sache selbst wäre mit weniger Sensationsmeldungen und mehr seriösen Hintergrundberichten mehr gedient. Im übrigen bestehen im westlichen Medienverhalten durchaus Parallelen zu demjenigen, als Verbrecher Bush im Irak einmarschieren liess.


frank sido

22.06.2009, 11:43 Uhr

Respekt vor dem Volk im Iran. Die wehren sich beispielhaft und gegen einen Diktator der sich die Wahlen erklaut hat. Hoffentlich dient dies als Beispiel für die Ganze Welt im Speziellen den Nordamerikaner, die habe nämlich Bush als Präsident anerkannt obwohl er nicht die Mehrheit der Stimmen hatte und zugleich ein Analphabet war. Traurig aber Wahr


Peter Amrein

22.06.2009, 10:53 Uhr

#Neda ist nach wie vor eines der Top Topics bei Twitter. Heute um 16 Uhr am 7 Tir Sq. in Teheran findet anscheinend eine Trauerfeier statt.


Ronnie König

22.06.2009, 10:30 Uhr

Und mit so einem Regime lässt sich unser Bundesrat für Gas und Öldeals ein! Wie weit wollen wir da noch sinken? Ist nur zu hoffen, dass das Regime bald am Ende ist. Die Theokratie hat sich ja nun zur Genüge diskeditiert. Von wegen Frieden in den Herzen und so!


Arman Ariay

22.06.2009, 09:40 Uhr

Es ist sehr wohl belegt wer dür den brutalen Mord Nedas verantwortlich ist. Augenzeugen berichten von zwei uniformierten Männern auf einem Motorrad, von denen es in diesen Tagen im Iran hunderte gibt. Hunderttausende Exil-Iraner protestieren auf den Strassen der Welt und halten allein das Regime in Teheran für die Unterdrückung und Ermordung des eigenen Volkes verantwortlich.


Peter Meier

22.06.2009, 08:30 Uhr

Ich habe gestern über 1.5h Stunden mit iranischen Freundin in Tehran telefoniert. Es ist unendlich erschütternd was in diesem Land in diesen Tag passiert. Der internationale Druck muss zwingend weiter steigen,nur so können wir die an sich friedlichen Leute unterstützen, die täglich ihr Leben für die Freiheit riskieren. Es darf nicht passieren, dass ihr Mut plötzlich für nichts gewesen sein könnte!




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