Ausland
Obama schickt Predator-Drohnen nach Libyen
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Die USA setzen nun bewaffnete Drohnen ein. Zuvor hatten Briten und Franzosen erklärt, sie wollen Berater zu den Rebellen senden. Ist der Krieg gegen Ghadhafi ohne Kampftruppen am Boden überhaupt zu gewinnen?
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20 Tote bei US-Drohnenangriff
Bei einem US-Drohnenangriff in den Stammesgebieten im Nordwesten Pakistans sind am frühen Morgen rund 20 mutmassliche Aufständische getötet worden.
Die unbemannten Flugzeuge hätten fünf Raketen auf ein von Aufständischen genutztes Gebäude im Dorf Spinwam in den Stammesgebieten Nord-Waziristans abgefeuert, sagte ein pakistanischer Armeevertreter.
Zunächst war von sechs getöteten Aufständischen und mehreren Verletzten die Rede gewesen. Spinwam befindet sich rund 40 Kilometer nordöstlich der Stadt Miranshah, der grössten Stadt in der Region.
Die Region an der Grenze zu Afghanistan gilt als Rückzugsgebiet von Taliban-Kämpfern und Anhängern des Terrornetzwerks al-Qaida. US-Armee und US-Geheimdienst CIA gehen dort immer wieder mit Drohnen gegen die Aufständischen vor.
Zuletzt waren Mitte März bei einem Drohnenangriff 39 Menschen getötet worden, unter ihnen zahlreiche Zivilisten. Der Angriff hatte zu erheblichen diplomatischen Verstimmungen zwischen den USA und Pakistan geführt. (sda)
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Die USA setzen jetzt auch bewaffnete Drohnen in Libyen ein. US-Präsident Barack Obama habe ihre Nutzung im Kampf gegen die Bodentruppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi genehmigt, sagte Verteidigungsminister Robert Gates am Donnerstag in Washington.
Die unbemannten Fluggeräte, die bereits zur Aufklärung von der Nato in Libyen genutzt wurden, hätten ihre ersten Missionen schon geflogen. Die Angriffsflüge seien aber wegen schlechten Wetters abgebrochen worden, sagte der stellvertretende US-Generalstabschef James Cartwright.
Laut Cartwright ist der Drohneneinsatz vor allem in besiedelten Gebieten sinnvoll: «Sie haben die Möglichkeit, tiefer zu fliegen, deshalb könne sie eine bessere Sicht auf bestimmte Ziele bekommen.» Das sei hilfreich, weil Ghadhafis Truppen begonnen hätten, sich «in Defensivpositionen einzugraben». Insgesamt könnten bis zu zwei Drohnen gleichzeitig im Einsatz sein. Gates begründete den Einsatz mit der zunehmend schlechteren humanitären Lage der Bevölkerung in Libyen. Die USA wollten aber keine Bodentruppen einsetzen, versicherte Gates.
Die Rebellen im Libyen haben den Einsatz von US-Drohnen begrüsst. «Es gibt keinen Zweifel, dass sie beim Schutz von Zivilisten helfen werden», sagte ein Sprecher dem Sender al-Jazeera.
Streit um Militärberater
Zuvor hatte Obama bereits angekündigt, die USA würden den Rebellen Material wie Schutzwesten, Funkgeräte oder Medikamente liefern. Zuvor hatten Briten, Franzosen und Italiener erklärt, sie wollten Militärberater zu den Rebellen entsenden. Dieser Schritt wurde von Russland als «riskantes» Unterfangen mit «ungewissem Ausgang» bezeichnet. Aussenminister Sergej Lawrow sagte, dies laufe «eindeutig» auf eine Einmischung am Boden hinaus.
Die Aufständischen hoffen dass sie aus Europa bald auch Waffen erhalten. Sie hätten sich mit Italien und Grossbritannien über Waffenlieferungen geeinigt, sagte Abdelhafizh Ghoga, ein Mitglied des Übergangsrates, der Nachrichtenagentur dpa in Benghazi. Das Regime in Tripolis kündigte an, die ganze Bevölkerung bewaffnen zu wollen, um sich gegen einen Angriff von Nato-Bodentruppen zu wappnen. In einem solchen Falle «werden wir die Hölle lostreten», sagte ein Regierungssprecher.
Grenzübergang erobert
Die Aufständischen brachten am Donnerstag einen wichtigen Grenzübergang zu Tunesien unter ihre Kontrolle. Dabei wurden nach Angaben der Aufständischen mehrere Regierungssoldaten getötet. Die tunesische Nachrichtenagentur TAP meldete, bis zu 200 entwaffnete Soldaten, darunter zwei Generäle, seien nach Tunesien geflohen.
Umkämpft blieb die west-libysche Stadt Misrata, die von Gaddafis Truppen seit Wochen belagert wird. Durch Granaten seien am Mittwoch mindestens drei ihrer Kämpfer und zehn Zivilisten getötet und 100 Menschen verletzt worden, teilten die Aufständischen mit. Unter den Toten war auch ein Arzt aus der Ukraine, wie das Aussenministerium in Kiew erklärte.
Kriegsreporter getötet
In Misrata wurden am Mittwoch auch zwei Kriegsreporter getötet. Den Filmemacher Tim Hetherington und den Fotografen Chris Hondros traf offenbar eine von Gaddafis Truppen abgefeuerte Panzerabwehrgranate.
Der 41-jährige Brite Hetherington war für seine Afghanistan- Dokumentation «Restrepo» (2010) für den Oscar nominiert worden. Auch der gleichaltrige Amerikaner Hondros war ein erfahrener Kriegsreporter. Er war unter anderem mit dem «World Press Photo»- Preis und der «Robert Capa Gold Medal», der höchsten Auszeichnung für Kriegsfotografen, ausgezeichnet worden.
Beide verbanden ihren gefährlichen Einsatz auch mit dem Engagement für Menschenrechte und für die Dokumentierung des Leids von Zivilisten im Krieg. Beim Angriff in Misrata wurde auch der britische Fotograf Guy Martin schwer verletzt.
Bevölkerung in Not
Die Lage der Bewohner in der drittgrössten Stadt Libyens wird immer verzweifelter. Es fehlt an Lebensmitteln und Medikamenten sowie Benzin zum Betreiben von Stromgeneratoren. Am Donnerstag erreichte ein Schiff mit Hilfsgütern des UNO- Kinderhilfswerks Unicef Misrata. An Bord waren Erste-Hilfe-Sets, Trinkwasser und Hygieneartikel sowie Spielzeuge. (jak/sda)
Erstellt: 21.04.2011, 22:27 Uhr






