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Obamas Mühe mit der Statistik

Auf seiner Reise durch die arabischen Welt versucht US-Präsident Barack Obama, die Beziehungen zu normalisieren – zum Teil mit wirklichkeitsfremden Behauptungen.

Zum Besuch die höchste Auszeichnung des Landes: König Abdullah von Saudi-Arabien hängte dem Präsidenten einen goldenen Orden um.

Zum Besuch die höchste Auszeichnung des Landes: König Abdullah von Saudi-Arabien hängte dem Präsidenten einen goldenen Orden um. (Bild: Keystone)

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In die Nähe des Islams gerückt zu werden, war ihm als Kandidat ein Gräuel. Nun aber, da er durch die arabische Welt tingelt und mit einer Grundsatzrede in Kairo wieder zu flicken versucht, was sein Vorgänger George W. Bush zerdeppert hat, ist Barack Hussein Obama das muslimische Familienerbe wie überhaupt alles Muslimische höchst genehm.

Falsche Behauptung über Anteil der Muslime

Hatte Obama bereits während seines Staatsbesuchs in der Türkei in einer Rede vor dem türkischen Parlament im April freudig erklärt, viele Amerikaner hätten «Muslime in ihrer Familie» oder wie er «in einem Land mit einer muslimischen Mehrheit gelebt», so ging Obama im Vorfeld seines Besuchs im arabischen Raum jetzt noch einen Schritt weiter: «Wenn Sie die tatsächliche Zahl muslimischer Amerikaner nehmen, dann wären wir eines der grössten muslimischen Länder der Erde», vertraute er am Dienstag in einem Interview einem französischen TV-Sender an.

Mitnichten: Auf höchstens sechs Millionen wird die Zahl amerikanischer Muslime geschätzt, womit die Vereinigten Staaten in etwa Rang 35 auf der Liste muslimischer Nationen belegen. Aber diese Woche ist eben alles Islamische gefragt, wogegen Kandidat Obama im Wahlkampf allem Islamischen geschwind entkommen wollte. Schliesslich raunte der durchgeknallte rechte Rand der Republikanischen Partei im Verein mit diversen Verschwörungstheoretikern, Obama sei womöglich ein «Mandschurischer Kandidat», ja ein trojanisches Pferd sei der Senator, mit dessen Hilfe die Muslime Amerika von innen heraus erobern wollten.

Wahlkampf: «Ängste vor Barack schüren»

Die Republikaner, warnte deshalb der demokratische Präsidentschaftskandidat auf einer Wahlkampfveranstaltung im September 2008 in Pennsylvania, wollten «Ängste vor Barack schüren, weshalb sie sagen werden, er hat Verbindungen zu Muslimen». Bereits im Mai 2008 hatte Obama bei einem Bürgerforum in Florida die Wähler beruhigt, sein Vater sei «ein Agnostiker» gewesen, den er kaum gekannt habe – obschon Vater Obama als Muslim aufgewachsen war.

So an die Nerven ging dem Obama-Wahlkampfapparat die Internet-Flüsterkampagne, wonach der Kandidat insgeheim ein Muslim sei, dass auf Obamas Webseite ausdrücklich betont wurde, er sei ein «engagierter Christ, der mit seiner Familienbibel als Senator eingeschworen wurde». Neuerdings aber sind Obamas muslimische Familienbeziehungen total cool: El Presidente habe «den Islam auf drei Kontinenten erlebt», nun besuche er gar «das Herz der islamischen Welt», enthusiasmierte sich der im Nationalen Sicherheitsrat für strategische Kommunikation zuständige Obama-Mitarbeiter und stellvertretende Sicherheitsberater Denis McDonough am Tag vor der Abreise seines Dienstherrn nach Nahost.

Obama, so McDonough weiter, sei ja bekanntlich in Indonesien aufgewachsen, habe «einen muslimischen Vater» und obendrein bildeten «muslimische Amerikaner einen wichtigen Faktor» in Obamas Heimatstaat Illinois sowie in seiner Heimatstadt Chicago. Man darf gespannt sein, was Obama und sein Stab vor einem Besuch beim Papst verlauten lassen. Dass die Vereinigten Staaten bis in die Knochen römisch-katholisch seien? Und der Präsident viele katholische Verwandte habe? (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.06.2009, 08:18 Uhr

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11 Kommentare

Chrisgtine Keller

07.06.2009, 11:01 Uhr
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Lieber Herr Kilian, wer hat nun recht mit den Schätzungen der Anzahl Muslime in Amerika - Sie oder Obama ?? Schätzungen sind es ja zugegebenrmassen allemal. Warum so gehässig - Obama tut sein bestens "to mend fences " !!! Antworten


Georg Stamm

05.06.2009, 13:59 Uhr
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Politiker sind Uebertreiber und Opportunisten, in den USA wie bei uns. Allerdings: Allzu dick sollte man nicht auftragen, sonst wird die Sache lächerlich und fällt auf einen zurück. Das ist jetzt bei Obama haarscharf an dieser Grenze. Antworten


John J Feller

04.06.2009, 09:55 Uhr
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Jedes Statement des Opportunisten ist "richtig". Bei Obama ist alles (!) genau geplant, sogar die Aussage, dass Jerusalem wieder den Arabern gehoeren werde. Aber wo ist seine Geburtsurkunde und seine Schulzeugnisse? Es duerfte langsam aber sicher die Entgleisung kommen. Antworten


Markus Brunner

04.06.2009, 09:22 Uhr
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Wo liegt das Problem, wenn mal ein Präsident gute Beziehungen mit der islamischen Welt will? Es gibt 1,5 Mia Muslime. Wenn auch nur 1 Promille davon terroristisch wäre, hätten wir ein viel grösseres Problem als jetzt. Haben wir aber nicht. Nach all dem Unheil, das von Bush gekommen ist, sind solche Anbiederungen von Obama nur Peanuts. Antworten


Rolf Forster

04.06.2009, 09:16 Uhr
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Hoppla, nicht so clever. Bleibt zu hoffen, dass einfach der Redenschreiber seinen Job schlecht gemacht und das nicht gezielte Anbiederei mit falschen Fakten war. Bisher macht Obama meiner Meinung nach immer noch einen ausgezeichneten Job. Antworten


A Meyer

04.06.2009, 09:05 Uhr
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Erwartet man von den VSvA Anderes als Werbung? Vom Land, das "Marketing" erfand? Marketing und Militär: die 2M der USA. Antworten


Ronnie König

04.06.2009, 09:00 Uhr
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Ja und? Amerika verkaufte schon immer tolle Geschichten und die Wahrheit sieht anders aus. Antworten


Hanspeter Estermann

04.06.2009, 08:44 Uhr
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Er sollte seine Redenschreiber und die Berater besser aussuchen.Im Prinzip zu denn ungelösten Fällen,ein Nichts-was diese Fehler anbelangt.Dümmer kann es werden,wenn er einmal die US-Schulden mit Guthaben verwechselt.Nun-jeder Chef hat die Leute>die er verdient< Antworten


Georges Ayer

04.06.2009, 08:11 Uhr
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Entweder ist Obama so helle wie Bush oder ein ebenso grosser Lügner, en Politiker halt. Antworten


Uri Liebeskind

04.06.2009, 07:56 Uhr
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Diese Anbiederungen an die islamischen Despotien, die in Sachen Menschenrechtsverletzungen führend sind, sind nicht angebracht. So sympathisch Hussein Obama auch ist, damit verspielt er die Glaubwürdigkeit des Westens, der sich für die universellen Menschenrechte für alle Menschen, auch für Frauen, einsetzt. Antworten


Dieter Kuhn

04.06.2009, 07:22 Uhr
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Es ist ein Elend, dass im 21. Jahrhundert Aberglaube noch immer eine der treibensten Kräfte in der Politik ist. Religionen haben in der Politik ein für alle Mal nichts mehr zu suchen. Es ist genau so stossend und surrealistisch, wenn Amerikaner für sinkende Benzinpreise beten, wie wenn muslimische Terroristen im Namen Allahs wahllos Menschen ermorden. Antworten



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