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Offensive gegen Taliban vertreibt Zehntausende Pakistaner

Aktualisiert am 18.10.2009

Mit einer gross angelegte Bodenoffensive will die pakistanische Armee die Taliban-Rebellen im Nordwesten des Landes in die Knie zwingen. Für die Zivilbevölkerung beginnt ein neuer Albtraum.

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Hab und Gut packen und das Weite suchen.
Bild: Keystone

   

25'000 Soldaten, Paramilitärs und Polizisten waren am Sonntag in der teilautonomen Region Süd-Waziristan auf dem Vormarsch. In den ersten 24 Stunden töteten die Streitkräfte nach eigenen Angaben 60 Rebellen. Ausserdem seien fünf Soldaten getötet und elf weitere Militärangehörige verletzt worden. Die Bodentruppen waren am Wochenende in der Gegend von Sharwangi in Kämpfe verwickelt. Unterstützt wurden sie von der Luftwaffe: Kampfjets bombardierten ab dem frühen Samstagmorgen Stellungen der radikal-islamischen Taliban.

Der Widerstand der Rebellen war nach Darstellung der Armee schwächer als erwartet. Die Regierungstruppen hätten die Kontrolle über das Dorf Spinkai Raghzai erlangt und einen Kontrollposten an der Strasse nach Kotkai errichtet, der Heimatstadt des pakistanischen Taliban-Führers Hakimullah Mehsud.

Abschluss vor Wintereinbruch

«Wir rücken aber noch vor und haben die Hochburgen der Taliban noch nicht erreicht», sagte ein Verantwortlicher der Streitkräfte. Armeesprecher Athar Abbas sagte, der Einsatz werde solange fortgeführt, bis die Ziele erreicht seien. Aus Armeekreisen verlautete, die Offensive solle sechs bis acht Wochen dauern und bis zum Wintereinbruch abgeschlossen sein. Die Truppenstärke könnte demnach auf bis zu 60'000 Soldaten anwachsen.

Alleine in Süd-Waziristan sollen bis zu 12'000 Kämpfer der extremistischen Tahreek-e-Taliban Pakistan (TTP) aktiv sein. Die Organisation unterhält angeblich Verbindungen zum Terrornetzwerk Al- Kaida von Osama bin Laden.

Zahl der Vertriebenen wächst

Die TTP wird für die meisten der Anschläge verantwortlich gemacht, bei denen in Pakistan in den vergangenen zwei Jahren rund 2300 Menschen ums Leben kamen. Insgesamt schätzt die Regierung in Islamabad die Zahl der Rebellen in den unwegsamen Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan auf bis zu 25'000.

Die jüngste Bodenoffensive treibt die Zivilisten in die Flucht. Nach Angaben der Armee sind bislang mehr als 100'000 Menschen aus der Gegend geflüchtet. Sie seien in den angrenzenden Bezirken Tank und Dera Ismail Khan untergekommen, sagte Oberst Waseem Shahid der Nachrichtenagentur AFP. Etwa 80'000 Menschen seien bereits in Erwartung der seit dem Sommer angekündigten Offensive geflohen. Mit dem Beginn des Militäreinsatzes hätten rund 22'000 weitere Zivilisten die Flucht ergriffen. (cpm/sda)

Erstellt: 18.10.2009, 22:34 Uhr

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