Ausland

Pakistanischer Angriff – auch gegen den Anführer der Taliban

Aktualisiert am 21.10.2009

Die pakistanische Armee kämpft bei ihrer Offensive in Süd-Waziristan erbittert an drei Fronten. Mittlerweile hat sie offenbar einen symbolischen Erfolg erzielt.

Ausnahmezustand: Seit Beginn der Offensive sind landesweit die Posten verstärkt, wie hier in Peshawar.

Ausnahmezustand: Seit Beginn der Offensive sind landesweit die Posten verstärkt, wie hier in Peshawar.

Im Visier der Armee: Mehsud, aufgenommen am 4. Oktober mit Taliban-Sprecher Azam Tariq (r.) in Sararogha in Süd-Waziristan.

Im Visier der Armee: Mehsud, aufgenommen am 4. Oktober mit Taliban-Sprecher Azam Tariq (r.) in Sararogha in Süd-Waziristan. (Bild: Keystone)

Artikel zum Thema

Die Armee hat in Süd-Waziristan das Haus des neuen Taliban-Führers Hakimullah Mehsud zerstört, wie zwei Mitarbeiter des Geheimdienstes am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP sagten. Die Kämpfe in der Stadt Kotkai dauern laut den vorliegenden Informationen an. Teile der Stadt seien unter Kontrolle der Armee. Der Kampf um Mehsuds Heimatstadt ist von grosser symbolischer Bedeutung; ausserdem liegt Kotkai an der Strasse zur Taliban-Hochburg Sararogha.

Die pakistanischen Streitkräfte versuchen derzeit, die Aufständischen in Süd-Waziristan an drei Fronten in die Zange zu nehmen. Die am Samstag eingeleitete Offensive ist eine der grössten seit dem Jahr 2004, als sich die Taliban im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan neu formierten. Seitdem wurden pakistanische Truppen drei Mal zurückgeschlagen.

Von der Öffentlichkeit abgeschnitten

Offizielle Angaben zum Kampfgeschehen in Kotkai waren nicht zu erhalten. Es ist praktisch unmöglich, an unabhängig verifizierbare Nachrichten aus der Region zu gelangen, da die Armee alle Strassen nach Süd-Waziristan gesperrt hat. In der Vergangenheit hatten sowohl Armee als auch Aufständische nach Einschätzung von Beobachtern eigene Erfolge übertrieben und eigene Verluste heruntergespielt.

Während der Offensive der Regierungstruppe haben die islamischen Extremisten ihre Terrorkampagne ausgeweitet. Nach einem Bombenanschlag auf eine Universität in der Hauptstadt Islamabad bleiben nun alle Schulen und Hochschulen in Pakistan bis Ende der Woche geschlossen.

In der Zwischenzeit sollen die Sicherheitsvorkehrungen verbessert werden, wie ein Sprecher des Innenministeriums am Mittwoch mitteilte. Bei dem doppelten Selbstmordanschlag waren am Dienstag acht Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen auch die beiden Angreifer. (raa/ap)

Erstellt: 21.10.2009, 11:27 Uhr

0

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

Noch keine Kommentare

Ausland

Populär auf Facebook Privatsphäre


Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!