Ausland
Präsidentenwahl in Mauretanien: Putschist hat die besten Chancen
Mit den Wahlen in Mauretanien sollte die Macht wieder an eine zivile Regierung übergeben werden. Als Favorit bei der Abstimmung am Samstag galt allerdings Mohamed Ould Abdel Aziz, der als General den früheren Präsidenten Sidi Ould Cheikh Abdallahi gestürzt hatte. Aziz gab im April seinen Posten bei den Streitkräften und in der Junta auf, um kandidieren zu können. Die Abstimmung wurde von hunderten internationalen Beobachtern überwacht. Insgesamt neun Bewerber stellten sich zur Wahl. Sollte keiner von ihnen 50 Prozent der Stimmen erreichen, findet am 1. August eine Stichwahl statt.
Vier Kandidaten galten als ernsthafte Anwärter auf das Präsidentenamt. Neben Aziz, der massgeblich an den beiden Staatsstreichen von 2005 und 2008 beteiligt war, trat auch Oberst Ely Ould Mohamed Vall an, der die Junta von 2005 anführte. Weitere Kandidaten waren der bekannte Oppositionsführer Ahmed Ould Daddah und Parlamentspräsident Messaoud Ould Boulkheir.
Nach der Wahl wird sich zeigen, ob Mauretanien tatsächlich die Zeit der Militärregierungen hinter sich lassen kann und wie das Land mit der wachsenden Gefahr durch militante Islamisten umgeht. Erst am Freitag kam es in der Hauptstadt Nouakchott zu einem Schusswechsel mit mutmasslichen Extremisten. Von ihnen wurde einer getötet und einer verwundet, der einen Sprengstoffgürtel am Leib trug. (vin/ap)
Erstellt: 18.07.2009, 22:31 Uhr





