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Saudische Unternehmer wollen mit Frauen arbeiten
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Die Wirtschaft in Saudiarabien wehrt sich zunehmend gegen den konservativen Klerus, der mit der Durchsetzung einer strikten Geschlechtertrennung den Firmen und Institutionen das Leben schwermacht.
«Die Korruption ist millionenfach schädlicher als die Vermischung der Geschlechter am Arbeitsplatz», zitierte die Tageszeitung «Arab News» am Donnerstag den Präsidenten der Handelskammer von Dschidda, Saleh Kamil.
Nicht alleine in einem Raum
Der Koran verbiete ausserdem nicht, dass Männer und Frauen an verschiedenen Orten zusammen seien, solange sich nicht ein Mann und eine Frau allein in einem einzigen Raum aufhielten. Dschidda ist die Hafen- und Finanzmetropole an der saudischen Rot-Meer-Küste.
Kamil erhielt nach eigenen Angaben mindestens 50 Briefe von Imamen und Religionsjuristen, in denen die Geschlechtervermischung am Sitz der Handelskammer angeprangert wurde. Dabei würden Männer und Frauen in seiner Institution in getrennten Büros arbeiten. Die Frauen trügen dabei den Hidschab, die von der Religion vorgeschriebene Kopfbedeckung zur Verhüllung von Haar und Nacken.
Nur mit männlichen Verwandten in der Öffentlichkeit
In Saudiarabien gilt eine besonders strenge Auslegung der Scharia, des muslimischen Rechts. Dieser zufolge dürfen sich Frauen in der Regel nur in Begleitung ihres Ehemannes oder eines männlichen Blutsverwandten in der Öffentlichkeit zeigen. Ein normales Geschäfts- und Firmenleben, in dem gut ausgebildete Frauen eine zunehmende Rolle spielen, wird dadurch erheblich erschwert.
Die für die Durchsetzung der Scharia zuständige Religionspolizei greift gerne ein, wenn sie etwa in den Kantinen grosser Bürohäuser gemischtgeschlechtliche Gruppen von Geschäftspartnern oder Arbeitskollegen beim gemeinsamen Essen antrifft. (oku/sda/)
Erstellt: 04.02.2010, 17:30 Uhr




