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Strassenschlachten am Studententag in Teheran
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Ein halbes Jahr nach der umstrittenen iranischen Präsidentenwahl hat es in Teheran erneut Strassenschlachten gegeben. Da ausländischen Journalisten verboten wurde, über die Demonstrationen zu berichten, waren die Berichte von unabhängiger Seite nicht zu überprüfen. Offenbar hatten die iranischen Behörden das Mobiltelefonnetz zum Teil abgeschaltet und Internet-Verbindungen gestört. Diese Medien waren zuvor zur Mobilisierung der Opposition genutzt worden.
Bereits am Montagmorgen postierten sich hunderte Polizisten rund um die Teheraner Universität und auf den angrenzenden Strassen, wie Augenzeugen berichteten. Die Sicherheitskräfte errichteten Strassensperren, um den Zugang zum Campus zu kontrollieren. Die Demonstranten skandierten Slogans gegen Ahmadinejad.
Nationaler Tag der Studenten
Etwa 50 Anhänger des Oppositionsführers Mir Hossein Moussavi hätten versucht, eine offizielle Kundgebung innerhalb der Universität zu stören, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Fars.
Dort hatten sich 2000 Studenten, Anhänger des geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ali Khamenei, versammelt. Sie erinnerten anlässlich des nationalen Tags der Studenten an drei Studenten, die 1953 bei anti-amerikanischen Protesten von der Schah-Polizei getötet worden waren.
Die Regierung und die konservativen Revolutionsgarden hatten die Opposition und die zum grossen Teil mit ihnen verbündeten Studenten davor gewarnt, den Feiertag für Proteste zu nutzen.
Appelle im Internet
Dennoch wiederholte eine oppositionelle Studentengruppe am Montag im Internet ihren Aufruf zu demonstrieren und appellierte an die Bevölkerung, sich den Studenten anzuschliessen. Mir Hossein Moussavi kritisierte auf seiner Website die Regierung: «Wenn Ihr in den Universitäten Schweigen vorschreibt - was könnt Ihr dann für die Gesellschaft tun?»
Die Opposition erkennt den umstrittenen Wahlsieg Ahmadinejads vom 12. Juni nicht an und spricht von Wahlbetrug. Deswegen war es nach der Wahl in Teheran und anderen iranischen Städten zu Demonstrationen gekommen, die von der Polizei zum Teil gewaltsam niedergeknüppelt wurden.
Die Zahl der Toten wird unterschiedlich angegeben. Einige Quellen sprechen von bis zu 70 Toten. Mehr als 80 Oppositionelle wurden in der Folge zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Zudem wurden mindestens fünf Todesstrafen verhängt. (sam/sda/)
Erstellt: 07.12.2009, 16:41 Uhr
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