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«Tod dem Diktator»
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Die iranische Opposition hat die Trauerfeier für Grossayatollah Hossein Ali Montaseri, den prominentesten regierungskritischen Geistlichen, in eine Protestkundgebung gegen die Führung in Teheran verwandelt. Laut telefonischen Augenzeugenberichten erscholl aus der Menge, die in die Zehntausende ging, immer wieder der Ruf der Opposition: «Tod dem Diktator». Auf einer Oppositions-Website wurde von Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Steine werfenden Demonstranten vor dem Haus des Verstorbenen berichtet.
Mehrere Oppositionelle sollen festgenommen worden sein. Ausländischen Journalisten haben die Behörden die Reise in die heilige Stadt Ghom verboten. Bei der Trauerkundgebung wurden auch Oppositionsführer Mir Hussein Moussavi und Mahdi Karrubi, ein weiterer prominenter Oppositionspolitiker, gesehen.
Die Teilnehmer der Trauerkundgebung hielten Bilder des Toten hoch und trugen grüne Banner und Armbänder. Grün ist die Farbe des Islams und auch der Opposition. Viele schlugen sich als Zeichen der Trauer auf die Brust. Der Leichnam des Religionsführers wurde mehrmals an den heiligen Stätten Ghoms vorbeigetragen und schliesslich zu einem Friedhof gebracht.
Streit mit Chomeini
Montaseri galt als der geistliche Vater der Reformbewegung und Inspiration der Opposition - insbesondere nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinejad im Juni. Damals warnte Montaseri die Behörden vor einer gewaltsamem Unterdrückung der Proteste. Er selbst hat den iranischen Staat immer wieder öffentlich kritisiert. Den regierenden Mullahs warf er vor, im Namen des Islams eine Diktatur errichtet zu haben, und forderte tiefgreifende demokratische Reformen.
Der Geistliche sollte eigentlich dem Gründer der islamischen Republik, Ayatollah Ruhollah Chomeini, nachfolgen. Beide zerstritten sich jedoch wenige Monate vor Chomeinis Tod im Juni 1989. Daraufhin folgte der theologisch rangniedere Ayatollah Ali Khamenei ins Amt des geistlichen Staatsoberhaupts. (sam/sda)
Erstellt: 21.12.2009, 14:38 Uhr





