Ausland

US-Diplomat ist eigentlich Geheimagent

Aktualisiert am 22.02.2011

Angeblich aus Notwehr erschoss der Botschaftsangestellte Raymond Davis in Pakistan zwei Männer. Die US-Regierung räumt nun ein, dass ihr Diplomat Agent ist und Blackwater-Söldner war.

1/10 Sieben Schüsse, eine Krise: Eine Polizeieskorte führt Raymond Davis zum Gericht in Lahore (28. Januar).
Bild: AFP

   

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Der US-Diplomat Raymond Davis, welcher Ende Januar im ostpakistanischen Lahore zwei Motorradfahrer erschoss, steht laut der «New York Times» auf der Gehaltliste der CIA. Bereits vor rund zehn Tagen äusserte die pakistanische Armee gegenüber dem Nachrichtenmagazin «Time» einen ersten Verdacht in diese Richtung. Davis Umgang mit Schusswaffen sei für einen gewöhnlichen Botschaftsangestellten zu souverän gewesen.

Unter der steigenden Spannung, welche der Vorfall zwischen Islamabad und Washington auslöste, sahen sich die USA nun gezwungen, die Karten offen auf den Tisch zu legen. Gestern bestätigten offizielle Stellen gegenüber den US-Medien, dass Raymond Davis tatsächlich beim Geheimdienst angestellt sei.

Ein ehemaliger Söldner

Gemäss der englischen Zeitung «The Guardian» war Davis als Sicherheitsoffizier bei der CIA eingeteilt. Als solcher sei sein Auftrag gewesen, Agenten in Pakistan während deren Kontaktaufnahmen mit Informanten zu beschützen.

Noch heikler als die Verwicklung des 36-Jährigen in den Geheimdienst dürfte sich für das Verhältnis zwischen Pakistan und den USA aber die Tatsache herausstellen, dass Raymond Davis eine Vergangenheit als Söldner hat, so «The Guardian» weiter. Als solcher war der Ex-Soldat bei der Sicherheitsfirma Xe, ehemals Blackwater, angestellt gewesen. Die berüchtigten Blackwater-Söldner haben vor allem in Pakistan einen sehr schlechten Ruf, zumal sie als schiesswütig gelten.

USA pochen auf diplomatische Immunität

Davis sitzt seit seiner Tat in Lahore im Gefängnis. Seine Aussage, er habe aus Notwehr gehandelt, hielt den Untersuchungen der Polizei in Lahore jedoch nicht stand. Gegen ihn wird mittlerweile wegen Mordes ermittelt. Der Amerikaner gab zu Protokoll, die zwei bewaffneten Opfer hätten ihn stundenlang mit den Motorrädern verfolgt. Schliesslich habe er aus Selbstschutz handeln müssen. Laut «New York Times» wurden bei den Waffen der Toten auf den Abzügen keine Fingerabdrücke gefunden.

Die USA pochen derweilen weiterhin auf die diplomatische Immunität von Raymond Davis und fordern seine sofortige Freilassung.

Erstellt: 22.02.2011, 11:07 Uhr

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