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Uno verurteilt Ghadhafis Aussagen

Aktualisiert am 26.02.2010

Dass der libysche Staatschef der Schweiz den heiligen Krieg erkläre sei untragbar, sagt der Generaldirektor der Vereinten Nationen.

1/7 «Aus dem Munde eines Staatschefs nicht hinnehmbar»: Die Uno kritisiert Muammar al-Ghadhafi.

   
Uno bleibt in Genf: Sergei Ordzhonikidze.

Uno bleibt in Genf: Sergei Ordzhonikidze. (Bild: Keystone)

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Die Rede im Original

Der Aufruf des libyschen Staatschefs Muammar al-Ghadhafi zum heiligen Krieg gegen die Schweiz stösst international auf Kritik: Diese Aussagen seien nicht hinnehmbar, sagte Uno-Generaldirektor Sergei Ordzhonikidze am Freitag in Genf.

Im Rahmen der internationalen Beziehungen seien solche Erklärungen aus dem Munde eines Staatschefs untragbar, sagte die Nummer eins der Vereinten Nationen in Genf auf die Frage eines Journalisten.

Die Uno-Vertretung in Genf sieht Ordzhonikidze auch nach dem Aufruf Gaddafis ausreichend durch Sicherheitskräfte geschützt: «Sie können Ruhe bewahren», sagte er.

Uno bleibt in Genf

Ordzhonikidze widersprach zudem Gerüchten, wonach Libyen den europäischen Sitz der Uno von Genf in ein anderes Land verlegen wolle. Er habe nie ein offizielles Schreiben aus Tripolis mit diesem Inhalt erhalten, sagte er.

Am Donnerstagabend hatte der libysche Machthaber zum heiligen Krieg gegen die Schweiz aufgerufen. In einer Rede in der ostlibyschen Stadt Benghasi bezeichnete er die Schweiz wegen des Minarettverbots als «ungläubig» und «abtrünnig».

Der Schweiz müsse mit allen Mitteln der Dschihad erklärt werden, sagte Ghadhafi. Jeder Muslim, der mit der Schweiz Geschäfte mache, sei ein «Ungläubiger», der sich gegen den Islam stelle.

Aufruf in «unglücklichem Moment»

Nicht nur bei der Uno stiess der Aufruf Ghadhafis auf wenig Verständnis: Ein EU-Kommissionssprecher sprach von «sehr ungewöhnlichen Aussagen auf diplomatischer Ebene», falls die Berichte denn korrekt seien.

Die Aussagen kämen in einem unglücklichen Moment, da man nahe daran sei, eine diplomatische Lösung des Konflikts zwischen der Schweiz und Libyen zu finden. Der italienische Aussenminister Franco Frattini rief zur Ruhe auf.

Es sei weder im Interesse Europas noch im Interesse Italiens, wenn sich die Lage verschärfe, sagte er der Internetzeitung Affaritaliani.it, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wollte den Aufruf Gaddafis nicht kommentieren.

Ghadhafi nicht zum Aufruf berechtigt

Laut dem Islam-Experten Hasni Abidi ist Ghadhafi aus religiöser Sicht gar nicht berechtigt zum Aufruf zum Heiligen Krieg. Zudem hätten die Worte des libyschen Machthabers kein Gewicht in der arabischen Welt, sagte der Leiter des Forschungszentrums für arabische Länder in Genf auf Anfrage.

Der Aufruf Ghadhafis habe mit dem Islam nichts zu tun, sagte Bashir Gobdon vom somalischen Kulturverein Zürich der Nachrichtenagentur SDA. Der Aufruf sei nicht tolerierbar, er sei lächerlich: «Wir wollen damit nichts zu tun haben.» (oku/sda)

Erstellt: 26.02.2010, 13:46 Uhr

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