Ausland
Uno-Experte vergleicht Gaza mit Warschauer Ghetto
Israel habe keine Anstrengungen unternommen, um Zivilisten die Flucht vor den Kämpfen zu ermöglichen, sagt Falk. Die Angriffe auf ein dicht bevölkertes Gebiet gegen eine Bevölkerung, die keine Chance gehabt habe, sich in Sicherheit zu bringen, lege den Vorwurf systematischer Kriegsverbrechen nahe, sagte Falk am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten in Genf.
Die Beweise von Menschenrechtverletzungen seien so erdrückend, dass eine unabhängige internationale Untersuchung angezeigt sei, forderte Falk. «Menschen in einer Kriegszone einzusperren, ruft die schlimmsten Erinnerungen an das Warschauer Ghetto hervor und an Belagerungen, die unbeabsichtigt in Kriegsphasen vorkommen.»
Zumindest für Kinder, Behinderte und Kranke hätten provisorisch Möglichkeiten geschaffen werden müssen, das Kampfgebiet zu verlassen, und sei es in den Süden Israels, sagte der US-Professor, dessen Haltung zu Israel umstritten ist.
Auf das Völkerrecht der Selbstverteidigung könne sich Israel nicht berufen, sagte Falk. So habe es seine Angriffe nicht auf die Gebiete beschränkt, aus denen palästinensische Extremisten Raketen abgefeuert hätten. Ausserdem habe Israel sich geweigert, mit der Hamas zu verhandeln, um eine diplomatische Lösung zu erreichen, sagte Falk.
Falk war zwei Wochen vor Beginn der israelischen Militäroffensive am 27. Dezember die Einreise nach Israel verweigert worden, weil die Regierung in Jerusalem darin eine gegen Israel gerichtete Propagandaaktion sah. Sie wirft Falk extreme Einseitigkeit im Konflikt mit den Palästinensern vor. (bru/sda)
Erstellt: 22.01.2009, 21:08 Uhr





