Verletzte bei IS-Angriff auf Hotel in Hurghada

Bewaffnete Männer haben im ägyptischen Badeort Hurghada ein Touristenhotel angegriffen. Drei Europäer wurden verletzt. Ein ägyptischer IS-Ableger bekannte sich zu der Tat.

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Zwei Österreicher und ein Schwede haben einen Angriff mutmasslicher Extremisten in Hurghada mit leichten Verletzungen überlebt. Die drei europäischen Touristen befanden sich am Samstag in stabilem Zustand, wie aus Krankenhauskreisen verlautete. Die Attacke hatte sich am Freitagabend in einem Hotel in dem ägyptischen Badeort ereignet. Sicherheitskräfte schossen auf die beiden Angreifer und töteten einen von ihnen. Der andere wurde verletzt und anschliessend festgenommen.

Wie das Innenministerium mitteilte, kamen die Angreifer mit Messern auf die Aussenterrasse des Restaurants des Vier-Sterne-Hotels Bella Vista am Roten Meer und attackierten die Touristen, die dort gerade zu Abend assen. Neben Messern hatten sie demnach auch Luftgewehre dabei.

Angreifer trug Sprengstoffweste

Ein anwesender Hotelmitarbeiter sagte, die Angreifer hätten sich von einem Hotel nebenan über den Strand auf das Gelände geschlichen. Offenbar habe einer von ihnen während der Attacke eine Touristin als Geisel nehmen wollen, die Frau in die Hotellobby gezerrt und dabei ein Messer an ihren Hals gehalten. Doch sei er von einem Polizisten schliesslich erschossen worden, sagte der Augenzeuge. Der pensionierte Militäroffizier Mohammed Beram, der zum Helfen zum Tatort geeilt war, sagte, der getötete Angreifer habe eine Sprengstoffweste getragen.

Zunächst hatten die Behörden berichtet, bei den Opfern habe es sich um einen Deutschen und einen Dänen gehandelt. Wie aus Krankenhauskreisen verlautete, sind zwei der Verletzten 72 Jahre alt, der andere 27. Am Samstag standen Polizisten mit Funksprechgeräten vor dem Hotel, während Journalisten Kameras auf dem Bürgersteig aufstellten.

IS bekennt sich zu Tat

Einer der beiden Angreifer wurde als 21-jähriger Student aus Giseh identifiziert. Dort war es erst am Donnerstag zu einem weiteren Angriff auf ein Touristenhotel in der Nähe der Pyramiden gekommen. Dabei wurde nach offiziellen Angaben niemand verletzt. Ein ägyptischer Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu der Tat.

Die neuen Angriffe sind ein weiterer schwerer Schlag für die ägyptische Tourismusindustrie, die bereits seit Jahren unter der zunehmenden Aktivität islamischer Extremisten auf der Halbinsel Sinai zu leiden hat. IS-Anhänger bekannten sich auch dazu, für den Absturz des russischen Touristenfliegers Ende Oktober verantwortlich zu sein, bei dem 224 Menschen ums Leben kamen.

In Kairo töteten Bewaffnete nach Angaben des Innenministeriums am Samstag zwei Polizisten. Die Beamten seien auf dem Weg zur Arbeit erschossen worden, hiess es. (SDA)

(Erstellt: 08.01.2016, 20:04 Uhr)

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