Ausland
«Vertrauen in den Friedensprozess untergraben»
«Deutliche Worte»: Hillary Clinton. (Bild: Keystone)
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Hintergrund der amerikanischen Kritik ist die jüngste Entscheidung Israels, in Ostjerusalem 1600 neue Wohnungen zu bauen. Die internationale Gemeinschaft werde solche einseitigen Schritte nicht anerkennen, hiess es in einer in New York veröffentlichten Erklärung von Vertretern der USA, Russlands, der Europäischen Union und der Vereinten Nationen.
Auch US-Aussenministerin Hillary Clinton kritisierte den geplanten Siedlungsbau in einem Telefongespräch mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu scharf. Clinton habe in Zusammenhang mit den Ereignissen in dieser Woche «sehr deutliche Worte» gesprochen, sagte ein Regierungsbeamter am Freitag in Washington. «Dieser Schritt hat das Vertrauen in den Friedensprozess untergraben.»
Sie habe Netanjahu erklärt, dass die USA von Israel Schritte erwarteten, um die Aussichten auf einen Neubeginn der Friedensgespräche mit den Palästinensern zu verbessern. Die Ankündigung, die Wohnungen in Ostjerusalem zu bauen, sei ein «zutiefst negatives Signal» für den Friedensprozess und die Beziehungen zu den USA, erklärte die Ministerin laut Aussenamt in dem 43-minütigen Telefonat.
Beratungen des Nahost-Quartetts
Vertreter des Nahost-Quartetts werden am kommenden Freitag in Moskau über dem Fortgang des Friedensprozesses zwischen Israelis und Palästinensern beraten. Das Quartett werde weitere Schritte überdenken, um auf die jüngste Entwicklung zu reagieren, hiess es in der Erklärung. Die israelische Entscheidung für den Ausbau jüdischer Siedlungen in Ostjerusalem ist auch von den Palästinensern als Hindernis für die Suche nach einer Friedenslösung verurteilt worden.
Israel hatte am Dienstag während eines Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden dem Bau von 1600 neuen Wohnungen für jüdische Bürger im Ostjerusalemer Stadtteil Ramat Schlomo zugestimmt. Dieses Viertel gehört zu dem Gebiet, das die Palästinenser für die Hauptstadt ihres geplanten Staates beanspruchen. Kurz zuvor hatten sich die Palästinenser auf Vermittlung des US-Nahostgesandten George Mitchell zur Aufnahme indirekter Friedensgespräche mit Israel bereiterklärt. Die Verhandlungen sind nach der israelischen Ankündigung wieder infrage gestellt.
Clinton sagte am Freitag in einem Interview des Senders CNN, es sei beleidigend gewesen, den Siedlungsbau während des Besuchs von Biden zu verkünden. Netanjahu hat sich inzwischen für den Zeitpunkt der Ankündigung entschuldigt, nicht aber für deren Inhalt.
(vin/sam/sda/ddp/)
Erstellt: 13.03.2010, 09:30 Uhr




