Ausland
Wahlen mit guten Chancen für Hizbollah
Der Abstimmung in Libanon wird über die Landesgrenzen hinaus Bedeutung zugemessen, weil sie das Kräfteverhältnis zwischen moderaten und islamistischen Kräften in der Region beeinflussen könnte. Letzte Umfragen deuteten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen beiden Lagern hin. Die islamistische Schiiten-Miliz Hizbollah will zusammen mit christlichen Parteien die in der derzeitigen Regierung dominanten anti-syrischen Kräfte ablösen. Die USA, die die Hizbollah als Terror-Organisation einstuft, haben für diesen Fall eine Überprüfung ihrer Hilfszahlungen an Libanon angekündigt.
Auf dem Weg zu islamischer Republik?
Kritiker fürchten, dass die Hizbollah aus Libanon eine islamische Republik machen wollen. Bei der Wahl könnten die Stimmen aus den mehrheitlich von Christen bewohnten Gebieten entscheidend sein. Wahlberechtigt sind 3,2 Millionen Libanesen, viele von ihnen leben aber im Ausland.
Die pro-westliche Allianz hatte 2005 nach dem Attentat auf den anti-syrischen Ex-Regierungschef Rafik al-Hariri die Macht erlangt. Damals musste Syrien nach massivem internationalen Druck seine 29 Jahre währende Militärpräsenz in Libanon beenden.
Auch die Hizbollah ist in der gegenwärtigen Regierung vertreten. Da es in der Vergangenheit im Vorfeld von Wahlen wiederholt zu Ausschreitungen gekommen ist, soll die Abstimmung am Sonntag von 50'000 Sicherheitskräften kontrolliert werden. Rund 200 internationale Beobachter werden die Wahl in dem Land mit vier Millionen Einwohnern überwachen. (vin/sda)
Erstellt: 07.06.2009, 06:51 Uhr





