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«Wenn Ahmadinejad betrügt, gibts Krawalle»
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Im Iran hat heute Morgen die Präsidentenwahl begonnen. Dabei sollen mehr als 46 Millionen Wahlberechtigte darüber entscheiden, ob der international umstrittene Präsident Mahmoud Ahmadinejad für weitere vier Jahre im Amt bleibt oder abgelöst wird. Sein aussichtsreichster Herausforderer ist der reformorientierte frühere Ministerpräsident Mir-Hossein Moussavi.
Die Angst vor einem «Tiananmen-Szenario»
Weil nach letzten Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Ahmadinejad und Moussavi zu erwarten ist, kursieren Gerüchte über Wahlmanipulationen. Im Moussavi-Lager wird kolportiert, dass Ahmadinejad versuchen könnte, mit unlauteren Mitteln die Wahlen zu gewinnen. «Wenn Ahmadinejad betrügt, gibts Krawalle», sagte ein Moussavi-Aktivist, wie die britische Zeitung «Times» berichtet. Offensichtlich sind die Anhänger von Moussavi bereit, bei einer Niederlage ihres Kandidaten protestierend auf die Strasse zu gehen.
Beobachter befürchten sogar ein «Tiananmen-Szenario», bei welchem die Armee gewaltsam gegen Demonstranten vorgehen könnte. Solche Befürchtungen stützen sich auf Aussagen aus dem Ahmadinejad-Lager und aus dem Umfeld der einflussreichen Republikanischen Garde, wonach «samtene Revolutionen jeder Art» nicht zugelassen werden.
Ayatollah ruft zu friedlicher Wahl auf
Angesichts der angespannten Lage im ganzen Land hat der oberste geistliche Führer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei, kurz nach dem Beginn der Präsidentschaftswahlen die Bevölkerung zu einem friedlichen Urnengang aufgerufen. Dabei sollten jegliche Versuche verhindert werden, «Spannungen in den Wahllokalen» zu erzeugen.
Die Wahllokale sollen zunächst bis am frühen Abend geöffnet bleiben. Es wird jedoch erwartet, dass die Wahlzeit wegen des zu erwartenden riesigen Andrangs um einige Stunden verlängert wird. Das Innenministerium in Teheran rechnet mit der höchsten Wahlbeteiligung in der 30-jährigen Geschichte der islamischen Republik. Die Ergebnisse sollen am Samstag bekannt geben werden.
Grosse Wahrscheinlichkeit einer Stichwahl
Neben Ahmadinejad und Mussavi kandidieren ausserdem der Reformer und frühere Parlamentspräsident Mahdi Karrubi sowie der konservative ehemalige Kommandeur der Revolutionsgarden Mohsen Resaei. Beiden werden aber nur geringe Chancen eingeräumt. Sie könnten den jeweils führenden Kandidaten ihres Lagers jedoch so viele Stimmen kosten, dass eine Stichwahl unvermeidlich wird.
Der Präsident ist im Iran mit seinen rund 72 Millionen Einwohnern der höchste gewählte politische Vertreter. Sein Spielraum ist dennoch begrenzt, da die nicht vom Volk gewählten Theokraten unter der Führung von Ayatollah Khamenei in allen wichtigen Fragen das letzte Wort haben. (vin)
Erstellt: 12.06.2009, 12:03 Uhr





