Ausland

Wer einen Menschen tötet … 

Von David Klein. Aktualisiert am 03.02.2015 113 Kommentare

«Der Islam verbietet die grundlose Gewaltanwendung gegen Menschen unabhängig von ihrer Rasse, Ethnizität oder Religion.» Zur Interpretation des 32. und 33. Verses der 5. Sure des Korans.

«Wer einen Menschen tötet, tötet die Menschheit, wer einen Menschen rettet, rettet die Menschheit.» Dieser Vers wird von Muslimen gerne ins Feld geführt, um die Friedfertigkeit des Islams zu illustrieren.

«Wer einen Menschen tötet, tötet die Menschheit, wer einen Menschen rettet, rettet die Menschheit.» Dieser Vers wird von Muslimen gerne ins Feld geführt, um die Friedfertigkeit des Islams zu illustrieren.

Artikel zum Thema

Teilen und kommentieren

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Auf die Frage nach dem Koranvers, der den Islam am treffendsten beschreibt, zitierte der iranische Soziologe Farhad Afshar, Gründer und Präsident der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (Kios), in der «Islam-Arena» vom 23. Januar, den Vers 32 aus der Sure 5: «Wer einen Menschen tötet, tötet die Menschheit, wer einen Menschen rettet, rettet die Menschheit.»

Dieser Vers, den auch die «Föderation ­Islamischer Dachorganisationen der Schweiz» (Fids) und Kios in einer gemeinsamen ­Stellungnahme zum Pariser Terror anführen, wird von Muslimen gerne ins Feld geführt, um die Friedfertigkeit des Islams zu illustrieren, jedoch immer unvollständig und ohne den darauf­folgenden Vers 33 zu erwähnen.

In seiner Vollständigkeit richtet sich Vers 32 explizit an die Juden, nicht an die Muslime. Es ist eine «Verordnung» für die «Kinder Israels», was umso paradoxer erscheint, da die Kernaussage des Verses (Tod und Lebensrettung) ursprünglich aus dem jüdischen Talmud stammt, der einiges älter ist als der Koran: «Aus diesem Grund (Kains Mord an Abel) haben wir den Kindern Israels verordnet, dass wer eine Seele ermordet, ohne dass dieser einen Mord oder eine Gewalttat im Lande ­begangen hat, soll sein wie einer, der die ganze Menschheit ermordet hat. Und wer einen am Leben erhält, soll sein, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten. Und es kamen zu ihnen (Juden) unsere Gesandten mit deutlichen Zeichen, viele von ihnen gebärden sich dennoch masslos auf Erden.»

Tötungsverbot wird aufgehoben

Die kursiv gedruckte Ausnahme des Tötungsverbots wird üblicherweise genauso unter­schlagen, wie der darauffolgende Vers 33, der sich an die Muslime richtet und das Tötungsverbot aufhebt: «Diejenigen, die gegen Allah und seinen Gesandten kämpfen und auf Erden Unheil stiften, sollen getötet oder gekreuzigt werden, oder es soll ihnen wechselweise Hand und Fuss abgeschlagen werden, oder sie sollen aus dem Lande vertrieben werden. Das ist für sie eine schmachvolle ­Erniedrigung im Diesseits und im Jenseits haben sie überdies eine gewaltige Strafe zu erwarten.» Bisher hielt es kein Journalist für nötig, den Vers im Koran nachzulesen. Stattdessen wird von der Politik und den sogenannten «Leitmedien» das Mantra des «gewaltfreien Islam» nachgebetet und die «Religion des Friedens» von jeglicher ­Verbindung mit Terror absolviert. Noch einen Schritt weiter geht Farhad Afshar, der das Pariser Massaker für seine eigene Agenda instrumentalisiert: die Anerkennung des Islams als ­öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaft.

Auch Sakib Halilovic, Imam in Schlieren, ­verwendet Vers 32 in einem Tages-Anzeiger-­Interview. Mit Koranversen, die zum Töten von Ungläubigen auffordern, setzt er sich hingegen «nicht gross auseinander». Solche Verse lässt er «ruhen», obwohl er versteht, dass sie, «ausserhalb ihres Zusammenhangs betrachtet», durchaus «Angst machen».

Neben Halilovic und Afshar zitieren die Imame Murat Selvi aus Basel, Bekim Alimi aus Wil und der Islamforscher Samuel Behloul Vers 32 ­inhaltlich falsch und unvollständig. Tun sie dies aus Unkenntnis, sind sie als Imame und Islam­forscher nicht qualifiziert. Da jedoch auch ­Halilovics Interviewer, der Islamwissenschaftler Thomas Widmer, hier nicht nachhakt, liegt die Vermutung einer absichtlichen Täuschung nahe. Angesichts des Verses 33 erscheint auch die Beteuerung «der Islam verurteilt jeglichen Mord» aus der gemeinsamen Stellungnahme von Fids und Kios in einem anderen Licht. In jedem Fall sind solche Manöver kontraproduktiv, um das Vertrauen in die Friedfertigkeit des Islam zu stärken.

«Die Fresse polieren»

Abdel Azziz Qaasim Illi, Konvertit, Vorstandsmitglied und Sprecher des Islamischen Zentralrats Schweiz (IZRS), betrieb vor einigen Jahren unter seinem Taufnamen Patric mehrere judenfeind­liche und antiisraelische Webseiten, auf denen Einträge zu lesen waren wie: «Breaking News: Explosion in Taba, ‹Hilton› in die Luft gesprengt, viele Zionisten-Schweine in kleine, handliche Stücke zerlegt. Mindestens 35 Tote, 250 Verletzte. In Gaza feiern die Massen. Allahu Akbar!» In einer Stellungnahme des IZRS zu «Gewalt, ­Terrorismus und Diskriminierung in der ­islamischen Welt» heisst es: «Der Islam verbietet die grundlose Gewaltanwendung gegen Menschen unabhängig von ihrer Rasse, Ethnizität oder Religion.» ­Tatsächlich gibt es gemäss Koran und Sunna ­zahlreiche «Gründe», die einen Mord ­rechtfertigen: Apos­tasie, Unzucht (ausserehe­licher Geschlechtsverkehr und Homosexualität), Blutrache, Verderben stiften auf Erden, ­Liquidierung politischer Gegner, Bestrafung der Heuchler, Blasphemie, Kampf gegen Gläubige, die «sich vergehen», und Unglaube.

Im Tages-Anzeiger moniert Sakib Halilovic, die hiesigen Muslime würden in Sippenhaft ­genommen: «Europa schaut auf Afghanistan, den Irak, die arabische Welt – und es bestraft die ­Muslime hier für die Missstände dort. Was können wir in Schlieren bitte für den Bürgerkrieg in Syrien?» Ganz anders verhält es sich offensichtlich mit den Schweizer Juden und den «Missständen» in Israel, wie bei der letzten Gaza-Krise zu ­beobachten war. Auf Facebook-Seiten, die für die Zürcher Pro-Gaza Demo im Juli 2014 mobil ­machten, fanden sich Kommentare wie «nur ein toter Jude ist ein guter Jude», «die einzige ­Medizin gegen Juden war Adolf Hitler» oder «wir ­müssen die Juden ausrotten». Die von der Zürcher Stadtverwaltung genehmigte Marschroute sollte ins «Judenviertel» verlegt werden. Dort könne man den «Scheissjuden» und «Israelsympathisanten» «die Fresse polieren» und «jeden Zionisten im Judenviertel steinigen». Dr. Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Schweizerisch Israelitischen Gemeindebunds (SIG) in «Schweiz aktuell» vom 17. Juli 2014: «Alle diese Äusserungen stammen von Muslimen.» Weltweit demonstrierten ­Millionen Muslime für ihre Glaubensbrüder- und schwestern in «Palästina» und gegen Israel. Dabei wurden antisemitische Parolen skandiert, wie «Jude, Jude, feiges Schwein», «Juden ins Gas» oder «Adolf Hitler», von denen man hoffte, sie nach Auschwitz auf europäischen Strassen nie wieder hören zu müssen. Wo aber sind die ­Muslime, die auf die Strasse gehen, wenn täglich Hunderte ihrer Glaubensbrüder und -schwestern im Namen des Islam von Muslimen ermordet, ­vergewaltigt, ­versklavt und vertrieben werden? (Basler Zeitung)

Erstellt: 03.02.2015, 13:47 Uhr

113

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.
Werbung

113 Kommentare

walter rohrer

03.02.2015, 15:07 Uhr
Melden 355 Empfehlung 16

Wir müssen endlich wachgerüttelt werden! Der radikale Ablehnung Andersgläubiger und Andersdenkender im Islam ist eine Bedrohung unseres Friedens und unserer Freiheiten. Unverhohlen können Moslem hierzulande gegen die Juden hetzen, ohne Angst haben zu müssen, wegen rassistischer Hetze angeklagt zu werden. Und es wird zunehmen, wenn wir nicht jenseits von Pegida oder Verharmlosung Gegensteuer geben. Antworten


Margot Helmers

03.02.2015, 15:02 Uhr
Melden 296 Empfehlung 11

Aber es gibt auch diese "Ehrenmorde", vor allem an Frauen. Vor 2 Wochen hat ein Türke in Berlin eine 19 j. Hochschwangere erstochen und anschliessend noch lebendig mit Benzin verbrannt. Ich habe an die grössten Islam- und Türkenverbände in D. wegen einer Stellungnahme angeschrieben. Ich warte immer noch auf eine Antwort, googeln "Mordopfer 1. und 2. Klasse oder Voraussetzungen für Lichterketten". Antworten