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Wer ermordete den iranischen Atomforscher?

Es war eine ferngesteuerte Bombe, welche Massud Ali-Mohammadi heute Morgen vor seinem Haus in Teheran tötete. Ahmadinejads Regierung macht die CIA und den Mossad verantwortlich. Und lässt die Muskeln spielen.

Gewalt in Teheran: Der Anschlag wurde am Morgen vor dem Haus des Forschers verübt.

Gewalt in Teheran: Der Anschlag wurde am Morgen vor dem Haus des Forschers verübt.
Bild: Keystone

Von Bombe getötet: Massud Ali-Mohammadi.

Von Bombe getötet: Massud Ali-Mohammadi. (Bild: Keystone)

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Ali-Mohammadi ist nicht der erste Atomforscher, der im Iran unter mysteriösen Umständen ums Leben kam, oder verschwand. Im Jahr 2007 starb ein iranischer Atomwissenschaftler an einer Gasvergiftung. Dass sein Tod erst nach einer Woche publik gemacht wurde, liess Spekulationen über eine Beteiligung des israelischen Geheimdienstes laut werden. Im Juni letzten Jahres verschwand ein iranischer Kernforscher während einer Pilgerreise nach Mekka. Bis heute ist ungeklärt, ob Schahram Amiri verschleppt wurde oder übergelaufen ist. Das iranische Aussenministerium warf dem Westen vor, in seine Entführung verwickelt zu sein. Nun der Mord an Massud Ali-Mohammadi.

Wie in den vorangegangenen Fällen gibt es lauter Fragezeichen. Wer steckt dahinter? Die Teheraner Führung zielt in zwei Richtungen. Irans Aussenminister erklärte laut dem staatlichen TV-Sender Irib, es gebe Anzeichen dafür, dass Israel und USA mit dem Mord an dem Atomwissenschaftler zu tun hätten. Bei ersten Untersuchungen habe man Anzeichen dafür gefunden, dass das «Dreieck der Boshaftigkeit - das zionistische Regime, Amerika und ihre angeheuerten Agenten» - hinter dem Terrorakt stünden. So zitierte Irib einen Sprecher des Aussenministeriums. Auch Irans Generalstaatsanwalt Abbas Jafari Dolatabadi zielt in diese Richtung: «In Anbetracht der Tatsache, dass Massud Ali-Mohammadi Physiker und Atomwissenschaftler war, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Mossad und die CIA in seine Ermordung verwickelt sind», wird Dolatabadi von Irib zitiert.

Freund der Opposition

So klar scheint die Sache aber nicht. Die Website Tabnak schrieb, für den Bombenanschlag seien vermutlich die oppositionellen Volksmujahedin (PMOI) im Auftrag israelischer Agenten verantwortlich. Tabnak wird mit Mohsen Resaei, einem Berater von Ayatollah Ali Khamenei und früherem Kommandeur der Revolutionsgarden, in Verbindung gebracht. Die PMOI wollen davon aber nichts wissen, und wiesen die Vorwürfe umgehend zurück.

Klar ist, dass sich Mohammadi bei Ahmadinejads Regierung mit seinem Engagement für Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi nicht nur Freunde schaffte. Der Atomforscher hatte sich bei der Präsidentenwahl im Juni offen für Moussavi ausgesprochen. Sein Name erschien vor der Abstimmung auf reformorientierten Websites zusammen mit denen von rund 240 Hochschullehren, die den Herausforderer von Amtsinhaber Mahmoud Ahmadinejad unterstützten. Die Teheraner Universität, an der er unterrichtete, stand im Zentrum von Studentenprotesten gegen die Regierung.

Teheran: Kein Rückschlag

Mohammadi war amtlichen Medienberichten zufolge auf dem Weg zur Arbeit, als er bei der Explosion eines ferngezündeten Sprengsatzes vor seinem Haus in Teheran in den Tod gerissen wurde. Laut einer Website der Regierung war der 50-Jährige ein leitender Nuklearwissenschaftler. Irans Atomprogramm soll der Mord nichts anhaben können, hiess es in Teheran. Solche Terror-Akte würden sicherlich nicht den wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt Irans stoppen, sondern die Entwicklung im Gegenteil beschleunigen, so ein Sprecher des Aussenministeriums.

Der Westen verdächtigt den Iran seit langem, unter dem Deckmantel der Entwicklung der Kernenergie nach Atomwaffen zu streben. Israel hat mit militärischem Eingreifen gedroht, sollten die diplomatischen Bemühungen in dem Streit nicht fruchten.

Clinton fordert Sanktionen

US-Aussenministerin Hillary Clinton sprach sich am Montag für Sanktionen gegen die iranische Elite aus, um die Führung in Teheran weiter unter Druck zu setzen. Die Vereinten Nationen haben bisher drei Runden von Sanktionen beschlossen, um den Iran zu einer Einstellung seines Programms zur Urananreicherung zu bewegen. Das Aussenministerium in Teheran wies am Dienstag die Idee weiterer Strafmassnahmen als nicht konstruktiv zurück. (cpm/ddp/)

Erstellt: 12.01.2010, 15:08 Uhr

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